Donnerstag, 18. Juni 2015

Radtour an der Elbe und am NOK - von Rendsburg nach Kiel

In den frühen Morgenstunden stellte sich dann leider heraus, dass die kleine Straße, an dem das Hotel lag, nicht ganz so ruhig war, wie wir es ursprünglich gedacht hatten. In regelmäßigem Abstand rumpelte ein Auto nach dem anderen über das Kopfsteinpflaster. Irgendwann stiegen wir entnervt aus den Federn. Das Frühstück war gut. Die Bedienung brachte uns zügig unsere bestellten Heißgetränke. Mit Verwunderung beobachtete ich wie die Tische abgeräumt wurden. Die bekleckerten Platzdecken aus Papier wurden nicht ausgewechselt. Die Krümel wurden von einem Deckchen auf die nächste geschoben bis gesammelt unter den Tisch gekippt wurden. Wir verstauten unsere Siebensachen sorgfältig in die Packtaschen und machten uns auf die letzte Etappe. Ziel: Kiel!

Doch zunächst drehten wir eine Ehrenrunde in Rendsburg. Wollten wir doch die zwei Kanalquerungen der besonderen Art nutzen. Als erstes ging es Abwärts mit dem Aufzug in den Fußgängertunnel. Beim dem Weg zurück ans Tageslicht trauten wir uns mit den Rädern auch auf die Rolltreppe, wie wir es von den anderen Radlern gesehen hatten, die mit uns durch den Tunnel fuhren. Natürlich haben wir auch die Schwebefähre nicht ausgelassen, die unter der Eisenbahnhochbrücke aufgehängt ist.

im Fußgängertunnel unter den Kanal hindurch
... mit der Schwebefähre wieder hinüber

Die Fahrt ging weiter durch den Stadtteil Büdelsdorf entlang der Eider bis der NOK-Radwanderweg nach Bünsdorf am Wittensse abbog. Nach etwa 8km kamen wir bei Sehestedt wieder zurück an den Kanal. Weil die Fähre gerade gewartet wurde, mussten wir eine Zwangspause einlegen. Nach einer guten halben Stunde setzten wir unsere Fahrt dann fort. Bei Klein-Königsförde sollte eine historische Schleusenanlage des alten Eiderkanals sein, die wir uns unbedingt noch ansehen wollten.

himmlische Aussicht auf dem Weg zum Wittensee
Bünsdorf am Wittensee
Klappbrücke an der alten Schleuse des ehemaligen Eiderkanals
Zunächst haben wir gerätselt was sich hinter diesem Gebäudekomplex bei
Achterwehr an der Eider verbirgt. Erst die Internetrecherche nach unserer
Rückkehr brachte die Erkenntnis. Es handelt sich um einen Bootsverleih.

Etwas abseits des Kanals ist die Strecke schon mal hügelig. So waren die nächsten Kilometer um den Flemhuder See bis wieder zurück zum Fähranleger in Landwehr auch nicht ganz so bequem zu radeln. Weswegen wir auch die letzten Kilometer bis Kiel-Holtenau nur noch den Kanalseitenweg nutzten. Ein letztes Mal ließen wir uns in Holtenau mit einer Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal setzen. Ziel erreicht. Entspannt radelten wir nun entlang der Förde in Richtung Zentrum. Über die Bahnhofsbrücke wechselten wir zum Ostufer und schoben unsere Räder in den Aufzug zur Gaardener Brücke. Von dort hatten wir nur noch wenige Meter bis zu Jugendherberge. Als wir unsere Räder im Hof abstellen wollten, wurden wir von einem Mitarbeiter des ADFC angesprochen, der näheres über unsere Radtour wissen wollte. Anschließend schoben wir unsere Räder in den Keller und unsere müden Knochen unter die Dusche. Mussten dabei leider enttäuscht feststellen, dass nur ein müdes Rinnsal herauslief. Irgendwie gelang es uns trotzdem den Staub und Schweiß abzuspülen. Wie erwartet mussten wir unsere Betten selber beziehen. Bevor wir zu unserem Erkundungsspaziergang aufbrachen, reklamierten wir die Dusche.

Am Ende unseres ausgedehnten Stadtbummels, entschlossen wir uns spontan zu einem Kinobesuch. Die Wartezeit bis zum Filmstart überbrückten wir im benachbarten Irish Pub. Nach unserer Rückkehr warfen wir einen kurzen Blick in die Duschkabine. Es hatte den Anschein als hätte sich jemand während unserer Abwesenheit drum gekümmert.

ein letztes Mal mit der Fähre über den Kanal
Jugendherberge in Kiel Gaarden
Schweden Kai

Mehr Bilder findet ihr im Online-Album zur unserer Radtour.



Die komplette Tour:
Radtour Elbe/NOK - die Vorbereitung
Radtour Elbe/NOK - von Hamburg nach Glückstadt
Radtour Elbe/NOK - von Glückstadt nach Hanerau-Hademarschen
Radtour Elbe/NOK - von Hanerau-Hademarschen nach Rendsburg
Radtour Elbe/NOK - von Rendsburg nach Kiel
Radtour Elbe/NOK - von Kiel nach Hamburg

Mittwoch, 17. Juni 2015

Radtour an der Elbe und am NOK - von Hanerau-Hademarschen nach Rendsburg

Da wir die einzigen Touristen in den wohl überwiegend von Monteuren besuchten Gasthof waren, saßen wir an diesem Morgen ziemlich einsam im Frühstücksraum. Die Handwerker waren schon vor uns aufgestanden. Trotzdem war das Buffet wieder gut gefüllt. Nur bei der Bestellung meines Tees, hatte die Bedienung danebengegriffen. Statt einer Ostfriesenmischung fand sich ein Aufgussbeutel mit Earl Grey Tee in meinem Kännchen. Im örtlichen Supermarkt frischten wir noch unseren Reiseproviant auf bevor es wieder auf Tour ging.

Leinen Los zur dritten Etappe
Umweg über den Gieselau-Kanal
kein Schiff wird kommen

Auf direkten Weg radelten wir zur Kanalfähre Fischerhütte und ließen uns auf das Nordufer übersetzten. Zunächst folgten wir den Seitenwegen bis wir am Gieselau-Kanal abbiegen mussten. Der Gieselau-Kanal verbindet die Untereider mit dem Nord-Ostsee-Kanal. Nach dem kleinen Schlenker wechselten wir die Seiten und folgten der NOK-Route, die uns durch das Biotop der Haaler Au führte. Mitten in der Wildnis, weit entfernt von jeder Wasserstraße, standen drei Schiffspoller verborgen im Dickicht. Vermutlich ein Artefakt des alten Eider-Kanals. In einem weiten Bogen kehrten wir wieder zum Nord-Ostsee-Kanal zurück.

das "Wiesenkreuzfahrtschiff" die Saga Sapphire
Gegenverkehr hat Vorfahrt
Idylle an der Eider bei Nübbel

Obwohl wir noch weit vom Kanal entfernt waren, konnten wir ein Kreuzfahrtschiff sehen, dass scheinbar mitten durch die Felder und Wiesen fuhr. Beim Näherkommen stellten wir jedoch fest, dass es sich nicht fortbewegte, sondern in der Ausweichstelle bei Breiholz auf entgegenkommende Containerfrachter warten musste. Für eine Weile schauten wir uns das Schauspiel an und klönten mit Schaulustigen aus der Gegend, die uns noch ein paar Tipps mit auf den Weg gaben. Kurz darauf stand auch für uns wieder eine Fahrt mit einem Schiff an. Die Fähre brachte uns zurück an das Nordufer. Bevor es aber nach Rendsburg weiter ging, führte uns der Radwanderweg erst einmal in die entgegengesetzte Richtung. Ab  Breiholz folgten wir der Eider nach Hörsten. Dort kamen wir wieder an den Kanal zurück. Am Rande des Weges trafen wir auf Radler die gerade eine Pause einlegten und wie wir noch nach Rendsburg wollten. Im Gespräch mit ihnen, erfuhren wir, dass sie mit ihrer Unterbringung im Hotel Bess in Albersdorf sehr zufrieden waren. Bei Nübbel verlässt der Radwanderweg wieder den Kanal, kreuzt die Eider und führt über Fockbek weiter nach Rendsburg. Am Fockbeker See hatten wir uns dann das erste Mal verfahren. Nach einer Wegbiegung standen wir plötzlich vor einem Weidegatter, dass den die Weiterfahrt auf dem Weg versperrte. Wir entschieden uns dagegen die Weide zu überqueren, um nicht die schon neugierig gewordene Kuhherde aufzuschrecken und suchten uns lieber einen sicheren Weg zurück auf die richtige Route. Zum Hotel Neuwerk in Rendsburg war es nun aber nicht mehr weit. Nach wenigen Kilometern erreichten wir unser Ziel. Der Carport im Hinterhof des Hotels, wo eigentlich der Parkplatz für die Räder sein sollte, war durch einen abgestellten Kleinbus blockiert. Über den Seiteneingang gelangten in den Gastraum, wo wir jemand fanden, bei dem wir uns anmeldeten. Das Zimmer unter dem Dach glich in Komfort und Ausstattung dem in Glückstadt, war jedoch ein wenig geräumiger. Zunächst genossen wir eine erfrischende Dusche im sauberen und modern eingerichteten Badezimmer.

am Ziel die Königstraße in Rendsburg
das Stadttheater
auf dem Altstädter Markt

Danach machten wir uns auf die schon übliche Entdeckungstour. In einem Buchladen am Jungfernstieg erstanden wir eine Radwanderkarte, um für alle Fälle gerüstet zu sein, wenn wir mit dem Rad auch die letzte Etappe von Kiel nach Hamburg zurück fahren müssten. Über das Angebot an Gastronomiebetrieben in der romantischen Altstadt Rendsburgs gibt es nicht zu meckern. Es findet sich für jeden Geschmack und Geldbeutel das geeignete Lokal. Wir hatten diesen Abend Appetit auf Spezialitäten aus Dalmatien. Nach dem Essen wollten wir eigentlich in der Hotelbar noch ein gepflegtes Bier trinken und schon mal die grobe Route für den Heimweg auf der neu erworbenen Karte eintragen. Zu unserem Leidwesen war mittwochs Ruhetag. In der unmittelbaren Umgebung fand sich auch kein geeignetes Lokal um noch einen Absacker zu trinken. Die einzige Möglichkeit wäre  der Besuch in einer dunklen Raucherkneipe. Kurz entschlossen bestellten wir uns zwei Flens zum Mitnehmen und flüchteten mit unserer Beute eilig wieder an die frische Luft. Zurück im Hotelzimmer erfuhren wir aus den TV-Nachrichten, dass es möglicher Weise zu Schlichtungsverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Bahn kommen würde. Trotzdem trugen wir vorsichtshalber den möglichen Streckenverlauf für unseren Heimweg in die Karte ein.

Mehr Bilder findet ihr im Online-Album zur unserer Radtour.



Die komplette Tour:
Radtour Elbe/NOK - die Vorbereitung
Radtour Elbe/NOK - von Hamburg nach Glückstadt
Radtour Elbe/NOK - von Glückstadt nach Hanerau-Hademarschen
Radtour Elbe/NOK - von Hanerau-Hademarschen nach Rendsburg
Radtour Elbe/NOK - von Rendsburg nach Kiel
Radtour Elbe/NOK - von Kiel nach Hamburg

Dienstag, 16. Juni 2015

Radtour an der Elbe und am NOK - von Glückstadt nach Hanerau-Hademarschen

Ausgeruht und frisch gestärkt ging es nun an die zweite Tagesetappe. Bis Brunsbüttel meist wieder am Deich entlang. Wie auch schon am Tag zuvor war der sonst gut ausgebaute Weg mit Schafskot übersät. Solange er hart und trocken war kein Problem. Doch leider hatte es in der Nacht geregnet und ein Ausweichen der Matschhaufen nicht immer möglich. Extrem verschmutz war der Radweg zum Störsperrwerk. Entsprechend sahen unsere Räder aus. Auch unsere, aus den kurzen Hosen schauenden, Waden waren grün gesprenkelt. Der Versuch auf die Straße auszuweichen wurde kurz hinter dem alten Leuchtturm von Hollerwettern unterbrochen. Wegen Brückenbauarbeiten war die Weiterfahrt gesperrt. Die Bauarbeiter waren gnadenlos und wollten uns auch mit unseren Rädern nicht passieren lassen. Da wir nicht einen kilometerweiten Umweg fahren wollten, mussten wir wieder auf den Deich ausweichen. Erst kurz vor Brokdorf gelang es wieder auf die Straße zu kommen. Bei Westholst mussten wir das erste Mal unsere Regenschutzkleidung überziehen.

freie Durchfahrt am Störsperrwerk
alter Leuchtturm bei Hollerwettern
Sankt Nikolaus Kirche in Brokdorf
Kanalüberfahrt in Brunsbüttel
typisches Haus im Beamtenviertel von Brunsbüttel

Kurz darauf überquerten wir den Nord-Ostseekanal in Brunsbüttel mit der Fähre. Schade, große Pötte lagen leider nicht in der Schleuse. Somit fuhren wir geradewegs in Richtung Beamtenviertel. Weniger romantisch war die Fahrt vorbei am Industriegebiet Nord. Zwischenzeitlich hatte der Regen aufgehört und die Regenkleidung war wieder sicher in den Packtaschen verstaut. Doch als wir gerade im Zentrum von Burg ankamen, begann der Niederschlag von neuem. Am Holzmarkt fanden wir einen bedachten Rastplatz, den wir für eine Verpflegungspause nutzten. In der Hoffnung, dass der Schafsdreck abgespült wird, ließen wir die Räder im Regen stehen. Doch unsere Hoffnung war vergebens. So machten wir nach dem Schauer noch einen Pitstop an der Tankstelle und investierten zwei Euro für den Hochdruckreiniger, um unsere Räder vom Dreck zu befreien. Kaum hatten wir den schützenden Ort verlassen wurden wir von einem Hagelschauer überrascht und weit und breit kein Dach oder Baum zum Unterstellen. Eilig schlüpften wir wieder in unser Regenzeug. Noch bevor wir Hochdonn erreichten war der Spuk schon wieder vorbei. Weil wir behaupten wollten einmal in Wacken gewesen zu sein, ließen wir uns mit der Fähre übersetzten und unternahmen einen Abstecher zum Mekka der Heavy-Metal-Szene. Doch in dem idyllischen Dörfchen herrschte Friedhofsruhe. Selbst der Souvenirladen hatte geschlossen. Keine Chance einen Fanartikel zu erwerben. Blieb nur ein Schnappschuss als Beweis, dass wir dort waren.

Eisenbahnhochbrücke bei Hochdonn
Ruhe nach dem Sturm
Regenpause bei Kaffee und Kuchen im Kanal33

Zurück auf der ausgewiesenen NOK-Route kreuzten wir bei Hohenhörn abermals den Kanal. Auf der Westseite direkt in der Nähe des Fähranlegers liegt das Café Kanal33, dass man uns für einen Zwischenhalt wärmstens empfohlen hatte. Während wir drinnen bei Kaffee und Eierlikörtorte saßen, öffnete Petrus  erneut die Schleusen am Himmel. Das Kanal33 ist nicht nur ein beliebtes Ausflugslokal, sondern bietet auch Zimmer zur Übernachtung an.  Allerdings liegt die nächste Ortschaft einige Kilometer entfernt. Neben dem Café gibt es nur den Fähranleger und einen Getreidesilo in dem ansonsten einsamen Flecken. Wir aßen in aller Gemütsruhe unsere Torte, tranken noch ein Alsterwasser und setzten unsere Tour fort als es wieder trocken war. Am Ostufer des Kanals folgten wir den NOK-Radwanderweg bis Großenbornholt. Dort verließen wir die Route und fuhren ohne weiteren Stopp unserem Tagesziel Hanerau-Hademarschen entgegen.

Es war mittlerweile Nachmittag als wir an unserem Landgasthof eintrafen. Wieder standen wir vor verschlossenen Türen. Ein Schild mit der Aufschrift "Dienstag Ruhetag" prangte an der Tür. Zu unserem Glück kam der Sohn des Wirtes zufällig vorbei und kümmerte sich dann um uns. Die Unterkunft war mäßig. Kein Vergleich zum Hotel in Glückstadt. Nachdem wir uns im schmuddeligen Badezimmer frisch gemacht hatten, zogen wir durch den Ort auf der Suche nach einem Restaurant für unser Abendessen. Wir fanden zwei Lokale die nicht geschlossen hatten. Unsere Wahl fiel auf das italienische Bistro Fiorello. Der anschließende Verdauungsspaziergang fiel nur sehr kurz aus, weil es im Ort leider nicht viel zu sehen gab. Daher kehrten wir zum Hotel zurück und setzten uns vor den Fernseher. Aus den Nachrichten erfuhren wir, dass wieder ein Streik bei der Bahn bevorstand. Das durchkreuzte unseren Plan am Freitag mit der Bahn der Heimweg von Kiel nach Hamburg anzutreten.

in Hanerau-Hadermarschen...
...gibt es nur wenige Sehenswürdigkeiten

Mehr Bilder findet ihr im Online-Album zur unserer Radtour.



Die komplette Tour:
Radtour Elbe/NOK - die Vorbereitung
Radtour Elbe/NOK - von Hamburg nach Glückstadt
Radtour Elbe/NOK - von Glückstadt nach Hanerau-Hademarschen
Radtour Elbe/NOK - von Hanerau-Hademarschen nach Rendsburg
Radtour Elbe/NOK - von Rendsburg nach Kiel
Radtour Elbe/NOK - von Kiel nach Hamburg

Montag, 15. Juni 2015

Radtour an der Elbe und am NOK - von Hamburg nach Glückstadt

Weil an den Wochenenden an der Waterkant Hamburgs von den Landungsbrücken bis Blankenese immer reger Andrang von Spaziergänger und Sehleuten herrscht, haben wir den Tourstart auf den Montag gelegt. Nach dem Frühstück schwangen wir uns auf unsere Räder. Auf dem Weg zur Elbe mussten wir uns erst einmal durch die Straßenbaustelle an der Alster kämpfen.

Verkersstau an der Alster
Willkommenhöft in Wedel

Die ersten Kilometer auf dem Elbradwanderweg führten durch die Großstadt. Die Hamburger Waterkant mit Blick auf den größten Seehafen Deutschlands ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hinter dem Museumshafen bei Övelgönne heißt es dann "Radfahren bitte absteigen". Aber der Spaziergang auf dem schmalen Weg vorbei an den alten, romantischen Häuschen lohnt sich. Weitere beliebte Ausflugsziele wie Teufelsbrück und Blankenese ließen wir hinter uns. Vorbei ging es zunächst am Elbstrand bei Wittenberge. Am Heizkraftwerk war jäh Schluss. Hier hieß es wieder absteigen und die Räder über eine Treppe mühselig zum Hochufer hinauf schieben. Durch Wedel folgten wir den Straßen. Hinter dem Schulauer Fährhaus mit seiner berühmten Schiffsbegrüßungsanlage (Willkomm-Höft), fuhren wir am Deich weiter. Da uns die Strecke von vergangenen Touren vertraut war, wussten wir, dass auf den Deichwiesen mit erhöhten Schafsaufkommen zu rechnen ist.

Achtung freilaufende Schafe und verschmutzte Fahrbahn

Unsere erste Rast legten wir im Naturschutzgebiet der Haseldorfer Marsch ein. Hier neben einem Obstgarten, von dessen Bäumen man sich im Herbst kostenlos bedienen darf, verdrückten wir unsere selbstgeschmierten Stullen.

Obst zur Selbsverpflegung

Wenige Kilometer hinter Hohenhorst führte uns der Weg auf der Deichkrone zum Sperrwerk der Pinnau. Wir hatten Glück und konnten die Schwenkbrücke ohne zu warten passieren. An der Krückau mussten wir warten bis die Brücke uns den Weg wieder frei gab.

freie Fahrt über die Pinnau
Zwangspause an der Krückau

Was uns eine kurze Gelegenheit bot die Beine zu vertreten. Auf einen Stopp bei dem Kiosk am Kollmarer Hafen verzichteten wir, da wir unser Ziel schon fast vor Augen hatten. Auch auf den letzten zehn Kilometern blieben wir von dem angesagten Regen verschont und erreichten trocken unser Ziel.

Nach einer erfrischenden Dusche brachen wir zu einem Erkundungsspaziergang durch die kleinen Gassen der Altstadt auf, machten einen Abstecher zum Hafen und bummelten dann gemächlich zum historischen Marktplatz zurück. Im Lokal  "Der kleine Heinrich" kehrten wir ein und bestellten uns zu unserer warmen Abendessen, aus der gut bürgerlichen Küche, noch ein kühles Pils.

Spaziergang am Fleth
"Schaufenster"
das königliche Brückenhaus
das Rathaus am Marktplatz
Dekorfliesen im "kleinen Heinrich" nach einem Motiv
von Hans-Peter Wirsing, einem Sohn der Stadt


Mehr Bilder findet ihr im Online-Album zur unserer Radtour.

Aktueller Ausflugstipp: ab dem zweiten Donnerstag im Juni, finden alljährlich die Glückstädter Matjeswochen statt.



Die komplette Tour:
Radtour Elbe/NOK - die Vorbereitung
Radtour Elbe/NOK - von Hamburg nach Glückstadt
Radtour Elbe/NOK - von Glückstadt nach Hanerau-Hademarschen
Radtour Elbe/NOK - von Hanerau-Hademarschen nach Rendsburg
Radtour Elbe/NOK - von Rendsburg nach Kiel
Radtour Elbe/NOK - von Kiel nach Hamburg

Sonntag, 14. Juni 2015

Radtour an der Elbe und am NOK - die Vorbereitung

Im Mai war es mal wieder soweit. Endlich Urlaub! Für die erste Woche stand eine ausgedehnte Radwanderung auf dem Programm. Bei unseren vergangenen Radtouren diente das Fahrrad lediglich als Verkehrsmittel, um an unser Urlaubsziel zu kommen. Auch der sportliche Aspekt war mit ausschlaggebend. Dabei waren Tagesstrecken von 100km und mehr zu bewältigen. Mit zunehmendem Alter fällt es uns schwer solche Distanzen locker wegzustecken. Nun sollte es eine Radtour über mehrere Tage entlang des Nord-Ostsee-Kanals sein. Inklusive der Fahrt von Hamburg nach Brunsbüttel entlang der Elbe. Dabei sollte die Entfernung zwischen den Tageszielen um die 70km liegen. Ein weiteres Kriterium war eine geeignete Unterkunft in einem Ort, der gewisse touristische Mindestanforderungen erfüllte. Wegen der guten Erfahrungen aus der Vergangenheit suchten wir bevorzugt nach Jugendherbergen. Zur Routenplanung kam einmal wieder Bikemap zum Einsatz.

Das erste Etappenziel war schnell ausgemacht. Glückstadt an der Elbe. Dort befindet sich eine moderne Jugendherberge, die errechnete Strecke entlang des Elbradwanderwegs passte und die schmucke, kleine Altstadt lud nach der Ankunft zu einem Bummel ein. Auf der Suche nach weiteren Zielen stand ich vor der entscheidenden Frage, sollten wir einfach nur am Kanal längsradeln oder dem NOK Radwanderweg folgen, der auch mal einen Abstecher in das Umland machte. Der Weg direkt am Kanal auf den Kanalseitenwegen hat eine Länge von ca. 100km, der NOK Wanderweg von 325km. Am Ende stand ein Kompromiss. Von Glückstadt nach Brunsbüttel sind es nur knapp 30km. Es kam daher nicht als mögliches Tagesziel in Frage. Aber die Schleusenanlage und das historische Beamtenviertel wurden als Sehenswürdigkeiten notiert. Ausschlaggebend für Albersdorf waren die Ortsgröße und die Jugendherberge. Die fehlte dann zwar in Rendsburg, dafür sprachen aber andere gute Gründe für einen Stopp in der Stadt. Die Herberge in Kiel stand natürlich als Endziel unserer Reise von vornherein fest. Die Rückfahrt nach Hamburg sollte dann mit der  Bahn stattfinden. So waren die ersten Vorstellungen. Leider musste ich beim Reservieren der Unterkünfte dann feststellen, dass ich zu spät dran war. Die Jugendherbergen in Glückstadt und in Alberdorf waren bereits ausgebucht. Nur in Kiel hatten wir Glück. Mit Bett+Bike sowie Google suchte ich geeigneten Ersatz.

In Glückstadt war es nicht schwer eine andere Unterkunft zu finden. Natürlich nicht in dem Preissegment wie beim DJH dafür aber auch mit mehr Komfort. Unsere Wahl fiel auf das Hotel Eyland im Zentrum der Altstadt. In Albersdorf kamen nur zwei Alternativen in Betracht. Fischer's Hütte oder das Hotel Bess. Beide fanden jedoch nicht unsere Zustimmung. Nach längerer Suche fand sich ein Landgasthof in Hanerau-Hademarschen der uns geeignet erschien. In Rendsburg hatten wir uns schnell für das Hotel Neuwerk entschieden.

Ausrüstung und Gepäck für die fünf Tage passte in unsere vorhandenen Packtaschen. Neben der Mobil-App von Bikemap vertraute ich weiter auf klassische Radwanderkarten. Unverzichtbar Regenkleidung, Reserveschlauch, Werkzeug und für alle Fälle ein Erste-Hilfe-Päckchen. Platz für meine Kompaktkamera und die Tourverpflegung war auch noch.

Start der Reise war am Montag so blieb am Wochenende davor noch Zeit die Räder einem letzten Check zu unterziehen.

startklar!

Die komplette Tour:
Radtour Elbe/NOK - die Vorbereitung
Radtour Elbe/NOK - von Hamburg nach Glückstadt
Radtour Elbe/NOK - von Glückstadt nach Hanerau-Hademarschen
Radtour Elbe/NOK - von Hanerau-Hademarschen nach Rendsburg
Radtour Elbe/NOK - von Rendsburg nach Kiel
Radtour Elbe/NOK - von Kiel nach Hamburg

Sonntag, 10. August 2014

St. Peter-Ording - Kitesurf World Cup 2014

Wegen der Aktualität mache ich in meinen Berichten wieder mal ein Sprung in der Zeit und im Thema. Von der sonnigen Atlantikküste gibt es einen Sprung an die stürmische Nordsee. Von der Algarve nach St. Peter-Ording.

Trotz schlechter Wetterprognosen sind wir gestern in Richtung St. Peter-Ording aufgebrochen. Seit dem letzten Wochenende läuft dort der Kitesurf World Cup 2014 bis einschließlich diesen Sonntag. Gestern war der Tag der Freestyler. Im Starterfeld gab es eine weibliche Surferin, Sabrina Lutz, sowie zwei männliche "Rider", Mario Rodwald und Linus Erdmann, aus Deutschland. Entgegen unserer Hoffnung schlug das Wetter nicht um, als wir den Nord-Ostsee-Kanal passierten. Aber immerhin regnete es nicht bei unserer Ankunft. Was sich dann aber schlagartig nach Abschluss der ersten Ausscheidungsrunde bei den Männern änderte. Der Wind frischte bis zu acht Windstärken auf und trieb dicke Regenwolken vor sich her. Alles flüchtete in die umherstehenden Zelte im Surfers Village. Die Helfer versuchten die Kites der Rider zu bergen, da der Wind die Startzone unter Wasser setzte. Eine Kiste mit Brötchen, die für den Fischbrötchen Imbiss gedacht war, wurde dem Zulieferer aus den Armen gerissen und verteilte sich auf dem Strand. Als der Schauer abflaute trauten auch wir uns aus unserer Deckung und marschierten über den zum Teil überfluteten Strand in Richtung St. Peter Bad. Auf dem Weg dorthin wurden unsere nassen Klamotten, dank des immer noch stark anhaltenden Windes, wieder trocken geblasen. Nach einer Rast beim größten Fisch-Imbiss Deutschlands liefen wir zurück zum Strandparkplatz. Nach einer viertel Stunde hatten wir unser Auto endlich gefunden und wir konnten glücklich die Heimreise antreten.

Bilder aus der ersten Runde...
mit gewagten Srüngen
vor immer dunklerer Kulisse
noch ist der Strandabschnitt trockenen Fußes zu begehen
etwas später bekommt man hier nasse Füße

In den nächsten Tagen geht es dann wieder weiter mit dem Reisebericht von der Iberischen Halbinsel mit tollen Bildern aus Barcelona.

Sonntag, 6. Juli 2014

Hummel-Bummel Teil 4 - Vom Neuen Wall zur Laeiszhalle

Aufbruch zum letzten Teil unseres Hummel-Bummel
die ehemalige Stadtentwicklungsbehörde

Wir lassen die Baustelle des denkmalgeschützten Gebäudes an der Stadthausbrücke hinter uns. In dem Haus befand sich die Stadtentwicklungsbehörde, die anlässlich der Internationalen Bauausstellung 2013 nach Wilhelmsburg umgezogen wurde. Der Gebäudekomplex wird entkernt. Zwischen dem Neuen Wall und den Großen Bleichen soll das neue Stadthöfequatier entstehen, mit Einzelhandelsgeschäften, Gastronomie und Wohnungen für den gehobenen Anspruch.

die Ellerntorsbrücke ist zweitälteste Brücke Hamburgs

Am Herrengrabenfleet wenden wir uns nach rechts und haben dann die Ellerntorsbrücke schon im Blick. Es ist nach der Zollenbrücke über dem Nikolaifleet die zweitälteste Brücke in Hamburg. An der 1668 erbauten Brücke wurde im späten 18. Jahrhundert ein Damm errichtet. Nur im mittleren Bogen blieb eine Schleuse. 1851 erfolgte die Erweiterung eines hölzernen Gehwegs, den man 1921 durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzte. Nach Beschädigung im Zweiten Weltkrieg, verstärkte man die Brücke 1946 mit einer Betonschale. 1960 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt und 1973 für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Das heutige Erscheinungsbild hat sie seit einer umfangreichen Sanierung im Jahr 1990 erhalten.

Am schon bekannten Cotton Club biegen wir in die Steinwegpassage. Am Ende der Passage, verlassen wir den Roten Pfad und biegen zunächst recht in die Wexstraße. Das Stadtmodel, das vormals hier untergebracht war, ist leider nach Wilhelmsburg umgezogen. Daher geht es links weiter in den Kornträgergang und nach wenigen Schritten abermals links in den Rademachergang.

Häuserzeile am Breiter Gang

Im Bereich Rademachergang, Breiter Gang und Kornträgergang wurden im Zeitraum von 1933 bis 1937 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen aus vorwiegend politischen Gründen durchgeführt. An Stelle von Fachwerkhäusern des 17. Und 18. Jahrhunderts traten mehrgeschossige Backsteinhäuser mit plastischem Schmuck, Erkern und Giebeln. Hiesige Wohnungsbauunternehmen u.a. die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG, die Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer Genossenschaft und die beteiligten Architekten ließen neben dem sozialen Wohnungsbau noch Raum für bildnerische Details. Die an den Häusern Breiter Gang befindlichen Kinderfiguren beziehen sich auf das Hummel Denkmal von Richard Kuöhl (1937/38), einem Verein von geborener Hamburger mit dem Bauverein zu Hamburg gestifteter Brunnen aus Muschelkalk mit der Figur des Wasserträgers Johann Wilhelm Benz, genannt Hummel. Ziel dieser künstlerischen Gestaltung galt einerseits dem Hinweis auf die überwundenen Hygieneverhältnisse im sanierten Gängeviertel, andererseits einer Verklärung relativ unbedeutender Lokalgestalten.

Hummelbrunnen

Neben der Zitronenjette zählt der Hummel bis heute zu den Hamburger Originalen. Hans Hummel, Johann Wilhelm Bentzel (1787-1854), war ein Wasserträger in Hamburgs Neustadt. Straßenkinder neckten ihn mit ihren "Hummel Hummel" Rufen, worauf er verärgert mit einem "Mors Mors" antwortete, was sinngemäß dem Götzzitat entspricht.

Nach dem Brunnen folgen wir dem Breiten Gang und biegen dann rechts in die Neustädter Straße ab.


Der ehemalige Bronzekeller im Haus Neustädter Straße 29

Der Bronzekeller war in den Jahren des Zweiten Weltkriegs ein bekannter Künstlertreffpunkt. Im September 1943 trat dort der Dichter Wolfgang Borchert auf. Borchert wurde am 20. Mai 1921 in Eppendorf geboren, begann 1939 eine Buchhändlerlehre und nahm nebenbei Schauspielunterricht. Wurde nach bestandener Prüfung jedoch 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Während seines Fronturlaubes präsentierte er im Bronzekeller Lieder und Brettlverse. Schwer erkrankt kehrte er im Mai 1945 nach Hamburg zurück. Im Januar 1947 schrieb er in nur wenigen Tagen sein Kriegsheimkehrer-Drama "Draußen vor der Tür", das nur einen Monat später vom Nordwestdeutschen Rundfunk als Hörspiel ausgestrahlt wurde. Am 20. November 1947 verstarb Borchert in Basel an den Folgen seiner Gelbsucht, einen Tag vor der Uraufführung seines Stückes an den Hamburger Kammerspielen.

Am Ende der Neustädter Straße überqueren wir die Kaiser-Wilhelm-Straße gehen links weiter bis zum Bäckerbreitengang.
 
Fachwerkhäuser am Bäckerbreitergang

Die Fachwerkhäuser im Bäckerbreitergang 49-58 gehörten zu den Gängevierteln der Neustadt und sind die letzten Überbleibsel dieser einst dicht besiedelten Quartiere, die seit dem 17. Jahrhundert als Wohnviertel der städtischen Unterschichten entstanden.

Die Häuser Nr. 49/59 wurden um 1780 erbaut Nr. 51/58 am Anfang des 19.Jahrhunderts. Die Wohnungen im Erdgeschoss und im Obergeschoss haben jeweils einen separaten Eingang.

Im Hintergrund das ehemalige Unilever Hochhaus
enge Gänge zwischen alten Gewerbebeäuden.
Margarinewerbung

Nun geht es in einer Ehrenrunde einmal um das "Gängeviertel". Wir beginnen in der Speckstraße, dann links in die Caffamacherreihe und wieder links in den Valentinskamp. Viele Häuser in diesem Dreh sollten nach einer ehemaligen Planung abgerissen, der restliche Teil saniert und aufgestockt werden. Nach Protesten der Initiative "Komm in die Gänge" beschloss die Stadt Hamburg die Rückabwicklung des Kaufvertrags. Im Frühjahr 2014 begannen dann die ersten Sanierungsarbeiten.


Denkmal an der Laeiszhalle

Vom Valentinskamp in den Dragonerstall sind es dann nur noch wenige Meter bis wir an unserem Ausgangspunkt an der Laeiszhalle angelangt sind.

am Ende der Tour wieder am Ausgangspunkt angelangt.

Ich hoffe ich konnte das Interesse vieler Leser wecken diesen virtuellen Rundgang einmal im realen Hamburg einmal nach zu gehen. Viel Spaß.





Weitere Fotos zum Hummel-Bummel-Rundgang

Die komplette Tour:
Hummel-Bummel Teil 1 - Von der Laeiszhalle zum Museum für Hamburgische Geschichte
Hummel-Bummel Teil 2 - Vom Museum für hamburgische Geschichte zum Michel
Hummel-Bummel Teil 3 - Vom Michel zum Neuen Wall
Hummel-Bummel Teil 4 - Vom Neuen Wall zur Laeiszhalle

Quellenangabe: Die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten stammen zum Teil direkt von den Hinweistafeln entlang des Hummel-Bummels und aus den eingebetteten Links.