Sonntag, 22. Juni 2014

Hummel-Bummel Teil 2 - Vom Museum für hamburgische Geschichte zum Michel

Start der zweiten Etappe

Der Zweite Startpunkt für den Hummel-Bummel beginnt wo der erste endete am Holstenwall vor dem Museum für Hamburgische Geschichte. Auf dem Weg zurück zum Abzweigungspunkt der roten Linie an der Markusstraße führt der Weg noch an der alten Volksschule vorbei, in der heute die staatliche Handelsschule H14 untergebracht ist.

Staatliche Handelschule erbaut 1902 nach Plänen von Albert Erbe

Dann biegen wir in die Peterstraße ein, überqueren die Straße Hütte und wieder vorbei am Brahmsmuseum. An der Neanderstraße lassen wir den Lichtwarksaal hinter uns, biegen ein in den schmalen Weg der Peterstraße an dessen Ende wir an der Markusstraße den roten Faden wieder aufnehmen und uns in Richtung Großneumarkt wenden. Hinter der Filiale der örtlichen Sparkasse finden wir dann wieder eine neue Hinweistafel zum Jüdischen Friedhof:

Als Hamburg von den französischen Besatzungstruppen 1814 zur Festung erklärt worden war und dann von Januar bis Mai von den Truppen der französischen Allianz belagert wurde, konnten die jüdischen Gemeinden Hamburgs ihre Toten nicht auf ihren außerhalb der Stadt gelegenen Friedhöfen begraben. Daher erhielten sie von den damaligen Hamburger Behörden eine Sondergenehmigung, den Platz hinter der Synagoge am Neuen Steinweg für eine Übergangszeit als Friedhof zu nutzen.
Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg waren noch 17 Grabsteine der ehemals 57 Gräber erhalten, deren Überreste 1954 auf den Jüdischen Friedhof in Osdorf umgebettet wurden. Dort erinnert noch heute die einstige eiserne Pforte an die alte Begräbnisstätte am Neuen Steinweg.

Zwei Mal in der Woche herrscht hier reges Treiben, wenn mittwochs
 und sonnabends der Wochenmarkt hier abgehalten wird.

Im 17. Jahrhundert als "Neuer Markt" in Hamburgs Neustadt entstanden, wurde der Marktplatz aufgrund seiner Größe, die alle anderen Märkte der Stadt übertraf, im 19. Jahrhundert zum Großneumarkt getauft. Noch heute ist der Großneumarkt ein Platz im Herzen der Hamburger Neustadt, auf dem zweimal wöchentlich ein Wochenmarkt seine Marktstände aufschlägt. Mittwochs und samstags zwischen 8:30 bis 13:30 werden hier Obst, Gemüse, Käse und Brot feilgeboten.

an dieser Ecke biegen wir in die Straße Thielbekein

In der Nordostecke des Großneumarktes unterbrechen wir für eine kurze Weile die Hummel-Bummel-Route und biegen in die Straße Thielbek ab. Nach wenigen Schritten stoßen wir wieder an der Brüderstraße auf die rote Linie und folgen ihr in den Trampgang. Schräg gegenüber der Galerie Carstensen spielen zwei Trompeter auf ihren Blasinstrumenten eine stumme Weise aus einem Fenster des ersten Stockwerks.

stumme Hausmusiker

Nach einem kurzen Abstecher in die Wexstraße biegen wir in die Steinwegpassage, wo ich, wenn das Wetter es zulässt und das Angebot in unserer Kantine uns nicht überzeugt, mit den Kollegen meine Mittagspause verbringe. An der Ecke zum Alten Steinweg ist eines der bekanntesten Jazzkeller Hamburgs.

Hamburgs bekanntester Jazzkeller, der Cotton Club

Im Jahre 1959 wurde der Cotton Club unter dem Namen Vati's Tube Jazzclub im Tiefbunker  Grindelhof 89b, gegründet. 1961 wurde er von W.-Dieter Roloff übernommen, dem er auch heute noch gehört. 1963 wurde er in Cotton Club umgetauft. Bis 1965 blieb der Cotton Club in diesen Räumen. Dann zog er erstmals um. Weitere Stationen in verschiedenen Hamburger Stadteilen folgten. 1967-1971 wurde der Hamburger Jazzclub e.V. mit seinen Räumen im Hochbunker Poelchaukamp 10, übernommen. Der Cotton Club hieß sodann Cotton Club Hamburger Jazzclub e.V. Zu diesem Zeitpunkt wurden nur selten bekanntere ausländische Gruppen verpflichtet u.a. die HAGAW Band aus Warschau und Sammy Rimington aus England. Doch fast alle namhaften Hamburger und teilweise auch auswärtige Gruppen spielten im Cotton Club. 1971 zog der Cotton Club in die vormalige Jailhouse Taverne am Alten Steinweg 10 (Großneumarkt). Von diesem  Zeitpunkt an wurden neben bekannten deutschen Bands wie z.B. die Barrelhouse Jazzband aus Frankfurt und die Allotria Jazzband aus München, auch häufiger ausländische Bands verpflichtet.

Wieder zurück auf dem Großneumarkt

Nach dieser kurzen Ehrenrunde sind wir wieder auf dem Großneumarkt angelangt. Der Jubiläumsbrunnen steht dort seit 1976. Er wurde von der Hamburger Feuerkasse gestiftet. Der insgesamt 4 m hohe, aus Bronze gefertigte Brunnen von Doris Waschk-Balz zeigt eine Wendeltreppe mit diversen Wasserspendern entlang der Stufen, auf denen die Künstlerin in unterschiedlichen Größen und Formen Figuren gestellt bzw. Körperteile gesetzt hat, die vom herabfließenden Wasser umspült und somit vor dem Feuer geschützt werden.

Wieder zurück auf dem Großneumarkt

Mit über 300 Jahren zählt die Pelikan Apotheke mit zu den ältesten Apotheken Hamburgs. Seit 1651 steht sie am Großneumarkt. Anfang des 20. Jahrhunderts musste sie jedoch aus dem baufällig gewordenen Gebäude umziehen. Seit 1913 ist sie auf der Westseite des Platzes in der Hausnummer 37 untergebracht und in den über 100 Jahren hat sich nur wenig an der denkmalgeschützten Einrichtung geändert. Noch heute stehen in den antiken Regalen altertümlich wirkende Gläser und Dosen. Über dem alten Apothekerschrank hängt ein gusseiserner Leuchter mit der Inschrift "ES LIEGT EIN GROSSER SCHATZ VON SEGENSGABEN IM KRAUT VERSTECKT UND IM GESTEIN VERGRABEN". Die urige Einrichtung und das schummrige Licht, das durch die bunt verglasten Fenster fällt, vermittelt einem das Gefühl nach dem Betreten der Apotheke in ein vergangenes Jahrhundert versetzt worden zu sein.

Nr .38  in historischer Nachbarschaft

In der Hausnummer 39 befand sich  im 17. Jahrhundert das Wohnhaus von Georg Greflinger. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließ sich der Schriftsteller und Dichter in Hamburg nieder. Er gilt als Redakteur  einer der ersten Zeitungen im deutschsprachigen Raum, der um 1663/65 den Norddeutschen Mercurius herausbrachte.

Nr .38  in historischer Nachbarschaft

Die evangelische Hauptkirche Sankt Michaelis, in Hamburg liebevoll "Michel" genannt, ist die bekannteste Kirche Hamburgs und das Wahrzeichen der Hansestadt. Sie prägt mit ihrem 132m hohen Turm noch heute das Stadtbild. Der Erzengel Michael, dem sie geweiht ist, steht als Bronzestatue über dem Hauptportal. Die in den Jahren1647 – 1669 errichtet Kirche wurde im März 1750 von einem Blitzschlag getroffen und brannte anschließend völlig nieder. Im Jahr 1751 wurde der Grundstein für den zweiten Michel gelegt. 1786 wurde der Bau mit der Errichtung des Turmes abgeschlossen. Im Juli 1906 fing der Turm bei Reparaturarbeiten abermals Feuer und auch das Kirchenschiff brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nach einer sechsjährigen Bauzeit war dann im Oktober 1912 der dritte Michel fertiggestellt. 1945 wurde er jedoch bei einem Bombenangriff der Alliierten getroffen. Die Schäden wurden bis etwa 1952 behoben. Bis heute schlossen sich noch weitere Sanierungsarbeiten an.

Ende der zweiten Etappe





Weitere Fotos zum Hummel-Bummel-Rundgang

Die komplette Tour:
Hummel-Bummel Teil 1 - Von der Laeiszhalle zum Museum für Hamburgische Geschichte
Hummel-Bummel Teil 2 - Vom Museum für hamburgische Geschichte zum Michel
Hummel-Bummel Teil 3 - Vom Michel zum Neuen Wall
Hummel-Bummel Teil 4 - Vom Neuen Wall zur Laeiszhalle

Quellenangabe: Die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten stammen zum Teil direkt von den Hinweistafeln entlang des Hummel-Bummels und aus den eingebetteten Links.

Sonntag, 15. Juni 2014

Hummel-Bummel Teil 1 - Von der Laeiszhalle zum Museum für Hamburgische Geschichte

Schon seit längerer Zeit fiel mir eine rote Linie auf, die ich regelmäßig überquere, wenn ich von meinem Arbeitsplatz zum Feierabend in das Fitnesscenter gehe. Zunächst vermutete ich, dass es sich dabei um den Bannkreis um das Hamburger Rathaus oder um die Grenze zum Gefahrengebiet handelt. Als ich davon im Büro berichtete, belehrte mich ein Kollege und erklärte mir, dass es sich dabei um einen Stadtrundgang handelt. Im Netz wurde ich dann fündig. Es ist der Hummel-Bummel-Rundgang durch die Hamburger Neustadt. Auf einer Länge von insgesamt 2,5km führt er an vielen kulturellen sowie historischen Touristenattraktionen vorbei. Von vier unterschiedlichen Punkten kann man seine Exkursionen durch die Neustadt beginnen. Von der S-Bahnhaltestelle Stadthausbrücke am Ausgang zum Neuen Wall, dem Hamburger Michel, dem Museum für Hamburgische Geschichte oder der Laeiszhalle (Musikhalle) führen die roten Linien durch die Neustadt.

Mein Startpunkt für den Hummel-Bummel begann an der Laeiszhalle

Einer der Startpunkte ist die Laeiszhalle (Hamburger Musikhalle) am Johannes-Brahms-Platz. Durch eine großzügige Spende des Hamburger Reeders Carl Laeisz entstand in den Jahren 1904 bis 1908 am Wallring das traditionsreiche Konzerthaus, erbaut von den Architekten Martin Haller und Emil Meerwein im neobarocken Stil. Der große Saal verfügt über 2025 Sitzplätze der kleinere über 639.

Bronzeplastik ''Hommage an Brahms'' von Maria Pirwitz vor der Laeiszhalle

Das Brahmskontor, auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes, hieß bis zur Sanierung im Jahr 2005 "Haus der Deutschen Angestellten Gewerkschaft" (DAG). Das Verwaltungsgebäude des "Deutsch-nationalen-Handlungsgehilfen-Verbandes" entstand in den Jahren 1919 bis 1920. Der Ausbau zur Dreiflügelanlage wurde in den Jahren 1929 bis 1931 durchgeführt. In den Jahren 2005 bis 2008 wurde eine Grundsanierung vorgenommen.

vis-à-vis das ehemalige DAG Haus. Heute Brahms Kontor

Von der Laeiszhalle der roten Linie folgend überquert man zunächst den Johannes-Brahms-Platz und biegt links in die Poolstraße ein und trifft dort beim Haus Nr.15 auf eins der ersten Hinweistafeln, die besondere Sehenswürdigkeiten markieren.

Historische Gedenktafel am Haus Poolstraße 15

Die Deutsche Lyrikerin Rosa Maria Assing, geborene Varnhagen (* 28. Mai 1783 in Düsseldorf; † 22. Januar 1840 in Hamburg), zog nach ihrer Heirat mit dem Arzt und Schriftsteller David Assing in die Hamburger Neustadt in die Poolstraße 15, wo sie einen literarischen Salon führte, der bald Treffpunkt vieler künstlerisch Interessierter wurde.

Die westliche Vorhalle der zerbombten Synagoge im Innenhof Poolstr. 13
hinter der Autowerkstatt steht noch der Rückwertige Teil des Gotteshauses

Die Wohnhäuser in der Poolstraße 11-14 wurden 1842 bis 1844 durch den Architekten Johann Hinrich Klees-Wülbern für den Israelischen Tempelverband zusammen mit der Synagoge auf dem Innenhof errichtet, der wenn man Glück hat, geöffnet ist. 1944 wurde die Synagoge in einem Bomberangriff fast gänzlich zerstört. Übrig blieb nur die westliche Vorhalle und das östliche Teil des Gebäudes.

Die Schuhmacherei Kletmann fertigt Schuhe nach Maß

Wer es sich leisten kann für ein Paar Schuhe mindestens 2000,-€ hinzublättern, erhält gleich nebenan in der Poolstraße 9 in der Schuhmacherei von Benjamin Kletmann Maßschuhe, die perfekt auf den Fuß des Trägers angefertigt werden.

In diesem Haus verbrachte Arthur Schopenhauer ein Teil seiner Jugend

Nach wenigen Metern wechselt der Straßenname. Nun folgt die Markierung der Straße Kohlhöfen. An der Hausnummer 29 findet man den Hinweis angebracht, dass der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer, geboren am 22.2.1788 in Danzig, seine Jugend von 1793 bis 1807 in Hamburg verbrachte. Die Familie lebte zunächst in der Straße Neuer Wandrahm 92 und später in den Kohlhöfen 87, heute 29. Der Philosoph starb am 21.9.1860 in Frankfurt am Main.

Hamburgs erste öffentliche Bücherhalle aus dem Jahre 1899

Die 1899 von der Patriotischen Gesellschaft gegründete erste öffentliche Bücherhalle Hamburgs befindet sich nur wenige Schritte entfernt in der Nummer 28. Sie wurde von 1908 bis 1909 nach Plänen von Hugo Groothoff errichtet. Die Backsteinfassade im Reformstil greift Barockelemente auf. Erstmals in Deutschland wurde hier eine Bibliothek nach englischem Vorbild, "freihand" aufgestellt, d.h. der Leser erhielt freien Zugang zu den Büchern. Das 1945 schwer beschädigte Gebäude wurde nach dem Krieg wiederaufgebaut.

Einfaches Mobiliar aber hervorragendes Eis

An der Ecke Kohlhöfen und Rademachergang trifft man auf die Eiskantine. Frei nach dem Motto "Nachtisch vorweg" verzichtete ich auf die angebotenen Suppen und gönnte mir zwei Kugeln handgemachtes Eis aus täglich frisch produzierter Biovollmilch und ganzem Obst aus biologischem Anbau. Natürlich stammten die Kakaobohnen des Schokoladeeises auch aus fairem Handel. Dafür durfte ich dann für meine zwei Kugeln, Erdbeer und Schoki, 2,20€ bezahlen. Allerdings war der Preis angemessen. Das Erdbeersorbet war angenehm fruchtig und das Schokoladeneis kräftig und nicht zu süß. Leider hatte ich mich wieder einmal für ein Waffelhörnchen entschieden und so kleckerte schon nach kurzem Genuss das Eis über meine Finger.

Hinweistafel zum Jüdischen Friedhof am Markusplatz
am Gebäudes des St. Pauli TV r.V. von 1862

An der Markusstraße folgen wir der Abzweigung der roten Linie und biegen rechts ab. Nach einer Linkskurve liegt auf der rechten Straßenseite das Gebäude des St. Pauli Turnvereins r.V. An der Abzweigung zur Peterstraße findet man eine Erinnerungstafel die auf den Jüdischen Friedhof am Markusplatz hinweist:
Die unsicheren Verhältnisse infolge des Dreißigjährigen Krieges außerhalb der Stadtmauern gaben den Anlass, dass der Hamburger Rat 1627 der portugiesisch-jüdischen Gemeinde erlaubte, auf dem Markusplatz einen Friedhof anzulegen. Bis dahin hatten die in Hamburg ansässigen Juden ihre Toten vor den Toren der Stadt begraben müssen. Das ungewöhnliche Zugeständnis der Obrigkeit erregte denn auch den Unwillen vieler Geistlicher Einwohner Hamburgs, die die Stadt als streng ausschließlich christlich, lutherisch bestimmte Gemeinde bewahrt wissen wollten und ohnehin zu dieser Zeit betont intolerante Haltung zeigten. Trotzdem blieb der Friedhof auf dem Markusplatz bis 1653, bestehen Dann wurde er für das traditionelle jüdische Verständnis vom unauflösbaren Friedhof als "Haus der Ewigkeit" ein außergewöhnlicher Vorgang aufgelassen und die Toten wurden auf den Friedhof an der Königstraße in Altona umgebettet.

Neanderstraße Ecke Peterstraße

Wir folgen der roten Linie zur Neanderstraße. In der heutigen Neanderstraße, der ehemaligen Elbstraße, gab es von etwa 1800 bis 1925 die sogenannten Judenbörse, einem Straßenmarkt, der aus vielen kleinen Ständen mit relativ großem Warenangebot bestand. Dieser tägliche Markt unter freiem Himmel war zu einer Zeit entstanden, als den Juden untersagt war, Ladengeschäfte zu führen. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Beschränkungen aufgehoben wurden, blieb der Handel an den Karren und Tischen bis zum oben genannten Zeitpunkt bestehen. Neben vielen Kleinhändlern und Hökern vertrieben auch Nichtjuden dort ihre Billigartikel und Kurzwaren.

Das Telemann Museum. Gleich daneben der Zugang zum Innenhof
Und in direkter Nachbarschaft das Johannes Brahms Museum
Nachbarschaftstreffen bei einem Plausch im Innenhof

Die Fachwerkhäuser in der Peterstraße zwischen der Neanderstraße und Hütten entstanden mit wenigen Ausnahmen erst Ende der 1960er Jahre. 1965 ließ Alfred Töpfer das Haus Nr. 39 restaurieren, das 1751 durch Wilhelm Gottfried Oelkers als Wohnhaus erbaut wurde und 1899 durch Johann Beyling als Altenwohnanlage gestiftet wurde. Ende der 60er Jahre entstanden weitere Bürger- und Kaufmannshäuser, die nach historischen Plänen rekonstruiert wurden. Im Haus Nr. 39 befindet sich heute das Museum von Georg Philipp Telemann, der ab 1721 Hamburger Musikdirektor und Kantor des Johanneums war. Gleich nebenan ist das Jahannes Brahms Museum untergebracht. Dazwischen führt ein schmaler Gang in den malerischen Innenhof.

Peterstraße 45 Ecke Hütten

Als Hütten wurden früher in Hamburg kleine freistehende Häuschen mit einer Kleinstwohnung bezeichnet, die für die angeworbenen Soldaten der Stadtmiliz bereitgestellt wurden. Nach diesen Soldatenhäusern wurde die Straße bei den Hütten benannt. Sie waren nach Errichtung der zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges durch den niederländischen Baumeister Valkenburg geschaffenen Festungsanlage unmittelbar an den Festungswällen Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden. Wegen der auf den Wällen befindlichen Mühlen durften hier keine hohen Häuser errichtet werden.

 Am Ziel der ersten Etappe

Nachdem man den Holstenwall überquert hat sind es nur noch wenige Schritte bis man das erste Etappenziel, das Museum für Hamburgische Geschichte, erreicht hat.



Weitere Fotos zum Hummel-Bummel-Rundgang

Die komplette Tour:
Hummel-Bummel Teil 1 - Von der Laeiszhalle zum Museum für Hamburgische Geschichte
Hummel-Bummel Teil 2 - Vom Museum für hamburgische Geschichte zum Michel
Hummel-Bummel Teil 3 - Vom Michel zum Neuen Wall
Hummel-Bummel Teil 4 - Vom Neuen Wall zur Laeiszhalle

Quellenangabe: Die Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten stammen zum Teil direkt von den Hinweistafeln entlang des Hummel-Bummels und aus den eingebetteten Links. 

Sonntag, 4. Mai 2014

Radeln wir mal zu Hagenbeck

Vor vier Jahren spendierte unser Arbeitgeber für die Mitarbeiter, die sich nach einer Virenattacke die Wochenenden um die Ohren gehauen hatten, Familienfreikarten für Hagenbecks Tierpark. Seit Jahren lag die Eintrittskarte in irgendeiner Muskiste. Die Kinder sind längst erwachsen. Enkelkinder sind nicht vorhanden. Bevor sie ihre Gültigkeit wohlmöglich verliert, haben wir das schöne Wetter an einem der letzten Wochenenden ausgenutzt und haben sie endlich eingelöst. Und auch gleich die Gelegenheit genutzt einen Radausflug nach Stellingen zu machen. Gleich zu Beginn führte uns der Rundgang zu den Elefanten. Weil es immer ein besonderes Erlebnis ist die Tiere zu füttern, hatten wir uns vom Wochenmarkt frisches Obst und Gemüse mitgebracht. Der Clou war jedoch der Elefantendame Mogli bei ihrer Körperpflege zu beobachten. Nach einem Schlammbad folgte ein Peeling in dem sie sich an einem Felsen erste die Seiten und dann ihr Hinterteil schupperte.

nach einem Schlammbad erfolgt ein ausgiebige Peeling...
...auch im Intimbereich
Elefantenreiten bei Hagenbeck 1990

Für uns neu war der Besuch der Eismeerwelt. Es war faszinierend den Robben, Pinguinen Walrossen beim Tauchen zuzusehen. Großen Besucherandrang gab es auch bei den Kamschatkabären. Bei Mamabär und ihren drei Kindern, die munter durch das Gehege tollten. Papabär durfte an dem Familienglück nicht teilhaben und tigerte in seinem abgesperrten Teil missmutig auf und ab. Die Tiger hatten Stubenarrest und auch das Gehege des Baumstachlers war verwaist. Der war ausgebüxt und betrachtete von einer Birke aus das Geschehen unter sich. Leider kamen wir eine halbe Stunde zu spät beim Orang-Utan-Haus an und verpassten die Vorstellung der Tiere durch ihren Pfleger. Interessant war es trotzdem. Einer der Primaten angelte mit einem Zweig nach einem Stück Gemüse, das von der vorangegangenen Fütterung durch die Pfleger noch im Wasser. Zum Abschluss hatten wir noch drei Äpfel und den Rest einer Salatgurke im Rucksack, was den Elefanten noch einmal zu Gute kam.

1986 Antje spielt Mundharmonika
2010 das Eismeer im Bau
2014 Antjes Nachfolger schwerelos schwebend im neuen Eismeergehege
der ausgebüxte Baumstachler hängt faul in einer Birke ab.
während der Pfau stolz sein prachtvolles Gefieder präsentiert.
übermütige Bärenkinder beim Toben
Mamabär hat das alleinige Sorgerecht. Papabär darf nur zuschauen.

 Mehr Fotos von unseren Besuchen bei Hagenbeck

Mittwoch, 30. April 2014

Ostern in Berlin

Im März war ich zwar mal wieder beruflich in Berlin. Diesmal nicht um dort meine Kollegen im Hauptstadtstandort zu unterstützen, sondern für einen Workshop. Aber leider blieb keine Zeit, um sich die Stadt an der Spree einmal näher anzuschauen. Und weil ich über die Osterfeiertage mal ausnahmsweise keinen Notdienst machen musste, lag es Nahe mit meiner mir angetrauten Reisebegleiterin einen Kurztrip nach Berlin zu machen, um das Versäumte endlich einmal nachzuholen. Zufällig hatte sie zu ihrem Geburtstag von den ehemaligen Mitbewohnern der Familienwohngemeinschaft zwei Karten für die Blue Man Show bekommen und zufällig hatte eine anderes Mitglied der ehelichen Wohngemeinschaft für den gleichen Zeitraum ein Hotel gebucht.

Vom überdimensionalen Schokohase erhielten wir
 grünes Licht für unseren Osterausflug in Berlin
Blick aus dem Hotelzimmer bei noch bewölktem Himmel.

Am Anreisetag haben wir nur kurz die nähere Umgebung erkundet und sind dann direkt ins Bluemax Theater gegangen. Auch wenn man manche Gags schon aus dem TV kannte, war die Show recht kurzweilig und unterhaltsam. Mit Bedacht haben wir uns nicht in die Nahkampfreihen gesetzt. Doch das war auch kein Garant dafür nicht mit in das Geschehen auf der Bühne mit hineingezogen zu werden. Die blauen Jungs pickten sich ihre Opfer auch aus der Mitte des Publikums heraus. Wir blieben zum Glück verschont. Nur zum Ende der Vorstellung wurden alle mit eingebunden, als endlose Papierschlangen über die Sitzreihen geblasen wurden und übergroße Luftballons von der Decke fielen. Wir hatten alle einen Heidenspaß bis es dann hieß: "Give us the balls back", womit die Aufführung abrupt beendet war. Anschließend bummelten wir noch zum Sony Center, wo wir uns noch einen Absacker zum Ausklang des gelungenen Abends genehmigten.

Zum Potsdamer Platz waren es nur wenige zu Fuß

Da wir in den fremden Betten schon früh wach wurden, starteten wir ebenso früh unsere Entdeckungstour durch die City von Berlin. Die Wolken vom Vortag hatten sich verzogen ud am blauen Himmel über Berlin lachte die Sonne. Zu Fuß ging es zunächst zum Checkpoint Charly, dann zum Gendarmen Markt und zum Alexanderplatzt. Nach einer kleinen Runde folgten wir der Straße unter den Linden zum Brandenburger Tor, wo an diesem Tag ein Kinderfest auf der Straße des 17 Juni stattfand. Frisch gestärkt an einem Imbissstand mit original Berliner Currywust ging‘s dann zum Reichstag. Wegen des starken Andrangs verzichteten wir auf einen Besuch im Inneren und gönnten uns eine kleine Ruhepause auf dem Rasen davor. Wenn man schon in der Nähe ist, darf man auch den Abstecher zu Angies Waschmaschine (Kanzleramt) nicht versäumen. Als Besucher von der Waterkant bummelten wir nun entlang der Spree zum Bahnhof Südkreuz und zum Schloss vom Bundes Gauck. Retour ging es den gleichen Weg nur auf dem anderen Ufer über den Alex kurz durch das Nikoleiviertel, bis zur Fischerinsel. Über die Leipziger Straße ging es im weiten Bogen vorbei am Hauptsitz meines Arbeitgebers hin zum Potsdamer Platz, wo wir uns zum Ende des Tages bei dem Italiener einkehrten, um unsere Ressourcen für den nächsten Tag wieder aufzubauen.

Konzerthaus am Gendarmenmarkt
Berlin die zeitlose Stadt. Normalzeituhren gab es nur selten zu sehen.
Diese Aufnahme stammt von einem Besuch im März 2009.
Im Licht der untergehenden Sonne leuchtet das Rote Rathaus besonders intensiv
freier Durchgang durch das Brandenburger Tor 2014...
...was 1982 bei meinem ersten Besuch in Berlin leider noch nicht möglich war
Chillen auf dem Platz der Republik
Angies Waschvollautomat (das Kanzleramt)
ebenfalls aus meinem Archiv die Jungfernbrücke

Einigermaßen erholt checkten wir am nächsten Morgen aus unserem Hotel aus, durften aber nach Rücksprache unseren Kleinwagen den Tag über noch in der Garage stehen lassen. Der Ku'damm stand noch auf dem Programm. Per Pedes marschierten wir zum Anhalter Bahnhof und weiter zum Landwehrkanal bis zur Budapester Straße. Von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche spazierten wir den Kurfürsten Damm einmal hinauf und wieder hinunter. Dann entschlossen wir unsere müden Füße zu schonen und stiegen in einen Stadtrundfahrt-Bus. Der fuhr zunächst auch wieder den Ku’Damm entlang und dann durch das Botschaftsviertel am Tiergarten zum Potsdamer Platz und weiter zu einigen Sehenswürdigkeiten, die bereits am Vortag abgeklappert hatten. Am Nikoleiviertel nutzten wir den Stopp um in einen ausgiebigen Rundgang die romantischen Gassen des Viertels zu durchstreifen. Danach stiegen wir wieder in einen Bus, den wir erst wieder in der Nähe unseres Hotels verließen, um von dort aus ohne weiteren Aufenthalt den Heimweg anzutreten. Erst kurz vor unserer Haustür legten wir einen Verpflegungsstopp, bevor es auf die wohlverdiente heimische Couch ging.

Uhrenvergleich an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-kirche.
Die Suche nach der Mengenlehreuhr blieb vergebens.

romantische Gassen im Nikolaiviertel
freundliche "Anwohner" genießen den Sonnenschein


weitere Schnappschüsse aus Berlin

Freitag, 4. April 2014

Frühlingserwachen in Schwerin

Es fehlt die Zeit um meine Beiträge zeitnah zu posten. Darum mit etwas Verspätung und auch nur kurz ein paar Eindrücke von unserem Ausflug nach Schwerin.

Nach der Umstellung auf die Sommerzeit war ich am vorletzten Sonntag noch nicht ganz ausgeschlafen. Daher überließ ich das Steuer unseres Kleinwagens  meiner mir angetrauten Chauf­feu­se, während ich auf dem Beifahrersitz noch ein wenig entspannen konnte. Dank dem gut ausgeschildertem Parkleitsystem hatten wir auch schnell einen Parkplatz gefunden. Vor einem ausgedehnten Bummel durch die Altstadt, wollten wir uns erst einmal eine Erfrischung gönnen. Aber leider hatte noch nicht alle Lokale bzw. Cafés geöffnet.

gemäßigtes Treiben am Markt

Es waren auch erstaunlich wenig Touristen oder Spaziergänger unterwegs. Das änderte sich erst am Nachmittag nach dem die Schweriner ihren Mittagsschlaf gehalten hatten. Verschlafen hatte der Bahnhofsvorsteher, der versäumt hatte die Uhr am Bahnhofsgebäude umzustellen. Aber auch die kleine Fähre auf dem Pfaffenteich war noch nicht in Betrieb.

Bei der Bahn ticken die Uhren anders
und die Fähre hielt auch noch Winterschlaf
Etwas mehr Besucher waren dann später auf der Schlossinsel.
Die Grünen Stelen am Ufer des Kreuzkanals sind hölzerne
Schutzhüten, die zum Schutz während der Wintersaison über
die Statuen gestülpt werden.

Reger Betrieb herrschte dann im Schlossgarten auf der Schlossinsel. Doch weil man auch hier noch nicht die Saison eröffnet hatte, waren die Statuen am Kreuzkanal noch alle in ihren Schutzhütten verborgen. Trotzdem genossen wir bei strahlendem Sonnenschein den Spaziergang durch den Park.


weitere Schnappschüsse vom Rundgang durch Schwerin