Mittwoch, 9. November 2016

Stippvisite in Berlin

Zum Abschied aus Berlin und dem Berufsleben gab es von meinen Kollegen einen Geschenkgutschein für von einem Fahrradladen. Schön das der Laden bundesweit Filialen hat, bei dem man ihn einlösen kann. Dumm nur, dass es ausgerechnet in meiner Heimatstadt Hamburg keine gibt. Schon seit Wochen trage ich mich daher mit den Gedanken wieder einmal bei meiner alten Wirkungsstätte in Berlin vorbei zu schauen, um bei der Gelegenheit den Gutschein einzulösen. Im Vorwege habe ich mir schon einen Wunschzettel zusammengestellt, damit ich im Laden in der Rinderauktionshalle nicht allzu lange suchen muss. Somit entschied ich mich in dieser Woche den CityHopper-Ausflug nach Berlin zu machen.

Heute mit reichlich Fahrradteilen aus dem Laden gekommen


Fast war es wie ein kleines "Nachhausekommen". Die Umgebung und die Wege waren mir sofort wieder vertraut. Während es draußen ein heftiger Herbststurm tobte, stöberte ich in aller Seelenruhe im rieseigen Fahrradladen. Trotz der Einkaufsliste verbrachte ich doch eine ganze Weile damit, mir die Teile zusammen zu suchen. Am Ende fehlten mir noch drei Euro zur Summe die ich ausgeben durfte, ohne aus der eigenen Tasche noch was dazuzulegen zu müssen. Dankenswerter Weise war das kein Problem mir den Rest auszahlen zu lassen. Dann schaute ich noch auf einen Sprung bei meinen ehemaligen Kollegen im Büro vorbei, bevor ich mich mit meinen Einkäufen wieder auf den Heimweg machte. Der nächste geplante Besuch in Berlin steht an, wenn meine Kollegen in das noch im Bau befindliche neue Bürogebäude umgezogen sind, was noch wohl noch mindestens ein Jahr dauern wird.

Mittwoch, 2. November 2016

Stippvisite in Leipzig

Frühes Kommen sichert gute Plätze. Also früh aus den Federn. Um kurz nach sechs geht der Zug nach Leipzig. Auf dem Plan des Wagenstandsanzeigers ist allerdings kein Zug um diese Uhrzeit eingetragen. Lediglich Ein Zug mit der gleichen Nummer 20 Minuten später. Auf der elektronischen Anzeige ist lediglich angegeben, in welchem Bereich des Bahnsteigs die Wagen der 1. Klasse halten. Eigentlich auch egal, da ich eh keine Platzreservierung nutze. Mit nur fünf Minuten Verspätung trifft der ICE ein und hält im hinteren Teil des Bahnhofs 20m vor meinem Standort. Ich finde einen freien Platz für mich und mein "Kleines Schwarzes". Bei der Planung der Sightseeing Tour ist eine Streckenlänge von mehr als 20Km heraus gekommen. Daher habe ich mein Faltrad von Brompton dabei. Die Haltezeit ist verkürzt somit starten wir pünktlich und kommen auch pünktlich im Leipziger Hauptbahnhof an.

Ankunft Leipzig Haupbahnhof
bunte Hausfassade

Hier beginnt mein Streifzug durch die sächsische Stadt. Schon bald weiche ich von meiner geplanten Route ab, weil ich immer wieder neue faszinierende Ecken entdecke. An der Nikolaikirche ist eine Bronzetafel in das Straßenpflaster eingelassen, mit der genauen Anweisung für den Blickwinkel und die Einstellung der Kamera zum gelungenen Schnappschuss der Kirche. Ich lasse mich weiter durch die Gassen und Hinterhöfe treiben.

so wird's ein guter Schnappschuss...
...von der Nikolai Kirche
auch ein Blick in die Hinterhöfe lohnt sich

Am Marktplatz vor dem alten Rathaus versuche ich den Faden wieder aufzunehmen. Mache meine Fotos vom Gothe Denkmal vor der Alten Börse und hätte fast das bekannteste Lokal der Stadt verpasst. Das durch Goethes Faust berühmte Weinlokal "Auerbachs Keller" liegt unter der Mädler Einkaufspassage. Zwei Treppen hinter den Bronzefiguren führen zu den Sälen des Lokals hinab.

das "Alte Rathaus"
Denkmal vom Deutschen Dichter und Denker Johann Wofgang von Goethe
Auerbachs Keller

Frei nach dem Zitat aus Gothes Faust "zum Golde drängt…" lasse ich mich abermals vom rechten Pfad abringen. Die goldverzierte Fassade einer Bankfiliale hat mich in ihren Bann geschlagen. Nur wenige Schritte weiter stoße ich auf die Thomaskirche, in der Johann Sebastian Bach in seiner Leipziger Zeit von 1723 bis 1750 als Kantor diente. Gerne hätte ich mich bei einem heißen Tee in der gegenüberliegenden Konditorei Kandler aufgewärmt. Da ich jedoch von meinem Plan abgewichen bin zieht es mich weiter. Ich nehme mir vor bei meinen nächsten Ausflügen eine Thermoskanne mitzunehmen.

"Nach Golde drängt, am Golde hängt. Doch alles"
Thomas Kirche
die gute Gelegenheit für ein Heißgetränk lasse ich sausen

Es folgen noch zwei weitere Türme. Zunächst der Turm des "neuen Rathauses", der mit 114,7m der höchste Rathausturm Deutschlands sein soll. Das City-Hochhaus am Augustus Platz überragt ihn mit seiner Höhe von 142m auch ohne seine Antenne. Etwa in der Mitte des Platzes liegt der Mendebrunnen, südlich davon das Gewandhaus. Am nördlichen Ende wird der Platz durch die Oper und an der  westlichen Seite durch die neue Fassade der Universität begrenzt.

das "neue Rathaus"
City-Hochhaus
Mendebrunnen vor dem Gewandhaus Konzertsaal
Leipziger Universität

Nach einer Neuorientierung finde ich den Weg zurück zu meiner Route. Sie führt mich entlang der Straße des 18. Oktober, die an die Völkerschlacht von 1813 gegen Napoleon erinnern soll. Gleich zu Beginn steht der neu renovierte Bayerische Bahnhof. Auch ein paar typische Plattenbauten stehen hier. Dann noch schnell einen Schnappschuss von der Russischen Gedächniskirche sowie der Deutschen Nationalbibliothek bis ich endlich am Völkerschlachtdenkmal, dem südlichen Ende meiner Tour angelangt bin.

strahlt im neuen Glanz, der Bayerische Bahnhof
typische Plattenbauten aus Zeiten der DDR
Russische Gedächniskirche
Deutsche Nationalbibliothek

Schnell habe ich auch meine Bilder hier im Kasten. Nun geht es zurück in Richtung Zentrum. Doch vorher will ich noch einen Blick auf das Panorameter werfen. Auf dem Weg dorthin verfahre ich mich. Dank meines Navi finde ich jedoch schnell wieder zurück auf den rechten Pfad. Noch ein kurzer Abstecher vorbei an der Peterskirche bevor ich am Bundesverwaltungsgericht ankomme.

Völkerschlachtsdenkmal
Panorameter
Peterkirche

Über einen kleinen Umweg vorbei an der Bibliotheca Albertina, der Bibliothek der Universität, erreiche ich wieder das Altstadtzentrum. Nach einem Blick auf die Uhr und der noch zu fahrenden Route gönne ich mir eine Pause. Das Wetter ist herbstlich frisch. Endlich komme ich zu meinem Heißgetränk, um meine steifen Finger etwas aufzutauen.

Bundesverwaltungsgericht
Bibliotheca Albertina

Dann mache ich mich auf zur letzten Etappe. Es geht nördlich in Richtung Leipziger Zoo vorbei an der historischen Kongreßhalle. Am Poetenweg darf ich natürlich einen Halt beim Gohliser Schlösschen nicht versäumen. Ein Highlight, das die Sightseeing Busse auch auf ihrer Route anfahren. Die nächste Sehenswürdigkeit ist nur wenige Minuten entfernt. Mit meinem Rad bin ich schnell am Schillerhaus in der Menckenstraße, wo der Dichter die erste Fassung seines Gedichts An die Freude schrieb. Damit hatte ich auch den letzten Punkt meiner Liste abgehakt und machte mich auf dem Weg Bahnhof.

Kongreßhalle
Golisher Schlösschen
Schillerhaus

Bei einem heißen Kaffee verdrückte ich die letzten Stullen meines Reisproviants bis mein Zug nach Hamburg eintraf.

weitere Fotos aus Leipzig

Samstag, 29. Oktober 2016

Herbstlicher Stadtteilspaziergang durch Rotherbaum

Ein letztes Mal zeigt sich der Oktober von seiner goldenen Seite und präsentiert uns an diesem Wochenende ein paar sonnige Stunden. Die Gelegenheit wollen wir nicht verstreichen lassen und beschließen einen kleinen Ausflug zu machen. Wir entschließen uns wieder einmal zu einer Stadtteilexkursion in einem Stadtteil, der uns nicht ganz so vertraut ist. Unsere Wahl fällt auf Hamburg Rotherbaum. Mit der U-Bahn ist er bequem zu erreichen. An der Haltestelle Schlump treten wir unsere Erkundung an. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Schröderstift. Sie wurde vom Hamburger Kaufmann Johann Heinrich Schröder für allein stehende, unverschuldet in Not geratene Frauen ins Leben gerufen. Der dreiflügelige Komplex wird seit 1981 von der Mieterselbstverwaltung (MSV) Schröderstift erhalten und genutzt.

Schröderstift
Programmkino Abaton

Gleich dahinter beginnt das Uni-Viertel mit einer Vielzahl verschiedener Fakultäten. Mittendrin liegt das bekannte Programmkino Abaton. Im Von-Melle-Park stoßen wir auf einen Roter Baum. Es ist eine Amerikanische Roteiche, die ihre Blätter jetzt im Herbst leuchtend rot färbt. Rot und gelb leuchte schon von weitem das Weinlaub an der Fassade des ehemaligen Fernmeldeamtes in der Schlüterstraße.

Amerikanische Roteiche im Vom-Melle-Park
im roten Weinlaub gewandetes altes Fernmeldeamt

Vor dem Museum für Völkerkunde hat der Wochenmarkt seine Buden geöffnet, dahinter steht das Chinesisches Teehaus "Yu Garden". Es wurde von 2008 von Hamburgs Partnerstadt Shanghai im Stile fernöstlicher Baukultur errichtet. Das gesamte Baumaterial wurde per Container aus China nach Hamburg verschifft. Nur wenige Meter die Straße entlang treffen wir wieder auf heimische Architektur. Im Neugotischen Stil reckt die St. Johannis Kirche stolz ihren 123m hohen Turm in den Himmel. Wer auf der Außenalster mit einem Alsterdampfer oder einem Paddelboot unterwegs ist, hat sicher schon den markanten Turm gesehen. Wir schlendern weiter.

Teehaus "Yu Garden"
Sankt Johannis

Über die Milchstraße erreichen wir die Außenalster und flanieren eine Weile durch den Alsterpark. Im Szenelokal  AlsterCliff machen wir Pause und schauen dem Treiben auf der Alster eine Weile gelassen zu, dann machen wir uns wieder auf den Weg. Vorbei an der Tennisarena zur U-Bahnhaltestelle Hallerstraße. Kurz vor unserem Ziel fällt uns ein kleiner Pavillon auf. Fast hätte ich es für einen Kiosk gehalten. Beim Näherkommen entpuppt es sich doch als Buchhandlung. Seit 1948 ist hier die Bücherstube Stolterfoth untergebracht. Da sie bereits geschlossen hat machen wir uns auf den Heimweg.

guter Wind zum Drachensteigen und Segeln
Bücherstube Stolterfoth


noch mehr Fotos von unserem Spaziergang durch Hamburg Rotherbaum


Dienstag, 25. Oktober 2016

Stippvisite in Frankfurt

Deutlich schneller als der EC der SBB in der letzten Woche, befördert mich der ICE der Deutschen Bahn nach Frankfurt am Main. Noch schneller wäre der Sprinter um 6:08Uhr. Aber für 12 Minuten Zeitgewinn schlafe ich lieber etwas länger und nehme einen späteren Zug. Nach einigen zuverlässigen Fahrten mit der Bahn, gerade wenn man vertrauen gefasst hat, schlägt sie wieder zu, die Unzuverlässigkeit. 10 Minuten vor der eigentlichen Abfahrt werden die wartenden Passagiere auf den benachbarten Bahnsteig gehetzt. Neben der angekündigten Verspätung von fünf Minuten gibt es auch noch eine geänderte Wagenreihenfolge. Wieder beginnt eine Völkerwanderung. Der Zug fährt ein. Die Reisenden stürmen in die Wagons. Trotz Buchmesse findet sich ein freier Platz. Dann beginnt auch schon die Reise. Zwischendrin verzögert sich die Fahrt wegen einer Signalstörung ein weiteres Mal. Gut, dass ich nicht umsteigen muss. Bei der Ankunft in Frankfurt hat sich die Verspätung auf 10 Minuten verringert. Trotzdem verpassen einige Reisende ihren Anschlusszug. Der ICE auf dem gegenüberliegenden Gleis schließt gerade die Türen. Flehendes Bitten hilft leider nicht.

Ankunft mit 10 Minuten Verspätung
Messeturm im Hochnebel
Mainhattan

Ich begebe mich auf den Bahnhofsvorplatz und mache mich startklar für meine Stippvisite in der Frankfurter Innenstadt. Der Himmel über Frankfurt ist bedeckt. Der Messeturm versteckt seine Spitze im Dunst des Hochnebels. Oder sind es tief hängende Wolken? Ein Blick von der Aussichtsplattform lohnt sich bei dem Wetter nicht. Also folge ich meiner Route auf der ich mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten markiert habe. Über die Mainzer Landstraße, wo die mächtigen Wolkenkratzer der Finanzinstitute stehen, erreiche ich die Taunusanlage. Der Weg durch die ehemalige Wallanlage führt mich zur alten Oper.

Tanzender Harlekin
bunte Plastiken
Alte Oper

Vom Opernplatz mache ich einen Abstecher zu einem historischen "Wolkenkratzer", dem Eschenheimer Turm. Auf dem Börsenplatz muss ich warten bis eine Familie mit ihren Schnappschüssen von der Plastik mit dem Bären und dem Bullen durch ist. Kurz darauf habe auch ich meine Bilder im Kasten.

Opernplatz
Eschenheimer Turm
Börsenplatz

Nur wenigen Schritte weiter finde ich mich dann an der Hauptwache wieder. Auf dem Weg zum Goethe-Haus stolpere ich fast über ein Segment aus der Berliner Mauer, das mich daran erinnert, dass noch ein Besuch in Berlin offen ist.

Hauptwache
ein Segment aus der Berliner Mauer
das Gegenstück von der East-Side-Gallery in Berlin
das Frankfurter Goethe-Haus

Selbstverständlich darf ich die Paulskirche und den Römerberg nicht auslassen. Vor dem Römer, dem Frankfurter Rathaus, ist ein Roter Teppich ausgerollt. Und eine Gruppe scheinbar wichtiger Leute steht wartend daneben. Während ich meine Runde auf dem Römerberg drehe und eifrig Eindrücke und Schnappschüsse sammele, wartet das Empfangskomitee noch immer vergebens auf ihren VIP. Dafür lässt sich endlich einmal die Sonne blicken. Der Hochnebel hat sich endlich aufgelöst und es sind die ersten blauen Flecken am Himmel zu sehen.

Paulskirche
warten auf den VIP vor dem Römer
Römerberg und Justitia-Brunnen

Ich werfe noch einen Blick auf den Kaiserdom Sankt Bartholomäus, bummle durch enge Straße an modernen Stadthäusern vorbei, die sich harmonisch in das Stadtbild einfügen und werfe noch einmal einen kurzen Blick auf das Rathaus, wo die Honoratioren immer noch geduldig ausharren. Meine Neugier lasse ich unbefriedigt. Ich ziehe lieber weiter zu meinem nächsten Ziel, dem Historischem Museum am Mainkai. Nur wenige Meter davon entfernt überquere ich den Main über den Eisernen Steg.

Frankfurter Dom
moderne Stadthäuser
Historisches Museum

Wenn man sich am Sachsenhäuser Ufer nach Westen wendet fällt der Blick auf die prachtvolle Frankfurter Skyline.  Im Osten ragt der Wolkenkratzer der Europäischen Zentralbank in den Himmel und am gegenüberliegenden Ufer der Hotelturm des Main Plaza. Das Brückenviertel ist wie ausgestorben. Alle Lokale sind um diese Tageszeit geschlossen. Ich begegne nur einer Handvoll asiatischer Touristen, die sich wie ich hierher verirrt haben, um ein paar Erinnerungsfotos zu machen.

Frankfurter Skyline
EZB Tower
Hotletower des Main Plaza
nix los in der Großen Ritterstraße

Am Mainufer zwischen dem Eisernen Steg und der Friedensbrücke liegen zahlreiche Museen. Über den Holbeinsteg kehre ich auf das nördliche Mainufer zurück.

Museum für Angeandte Kunst
Museum für Kommunikation

Hinter dem Westhafenplatz an der Friedensbrücke liegt das Hafenbecken des Westhafen. Ähnlich wie in der Hamburger HafenCity hat man hier ein neues modernes Wohngebiet mit Bootsanlegern anstelle von Parkplätzen geschaffen.

Marina Westhafen
Hessisches Landesarbeitsgericht

Zwischen dem Frankfurter Finanzamt und dem Hessischen Landesarbeitsgericht führt mich mein Weg zurück zum Hauptbahnhof. Es bleibt noch Zeit für einen heißen Milchkaffee bis mein Zug zurück nach Hamburg abfährt.

tschüß Frankfurt

noch ein paar Fotos aus Frankfurt