Freitag, 10. Februar 2017

Stadtteilspaziergang durch Dulsberg

Die Suche nach Sehenswürdigkeiten im Hamburger Stadtteil Dulsberg bei Google Maps bleibt ohne Ergebnis. Es lohnt sich trotzdem mal einen Spaziergang durch den Alten Teichweg oder die Straßburger Straße zu unternehmen. Seit der Aufteilung von Barmbek 1951 ist Dulsberg ein kleiner aber eigenständiger Stadtteil mit guter Anbindung an das U- und S-Bahnnetzt.

Mein Startpunkt ist die U-Bahnstation Wandsbek Gartenstadt. Nach wenigen Minuten gelangt man an den Alten Teichweg. Hier an der Ecke vom Eulenkamp liegt das BeachCenter Hamburg mit seinen In- und Outdoor Beachvolleyball-Plätzen in direkter Nachbarschaft zum Olympiastützpunkt. Weitere Sportstätten befinden sich neben der Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg, die seit 2006 als Eliteschule für Sport anerkannt ist. Auch der Kulturhof ist auf dem Gelände der Schule untergebracht. Hier finden verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt. An der Kreuzung Nordschleswiger Straße liegt die U-Bahnstation Alter Teichweg der Linie U1

BeachCenter Hamburg
Kulturhof in der Stadtteilschule Alter Teichweg

Ab hier ist das Straßenbild durch typische dunkelrote Backsteinbauten geprägt. Weiter in Richtung Krausestraße hat auf der linken Straßenseite der Verein Petticoat & Nierentisch sein kleines Privatmuseum in einem Ladenlokal untergebracht, in dem Dinge aus den 50er Jahren ausgestellt sind. An der Wohnzimmerwand klebt eine Tapete mit typischen Motiven aus dieser Zeit. Natürlich fehlt auch nicht der passende Nierentisch. Die Ausstattung der Küche versetzt mich vollends zurück in meine Kindheit. Sogar der Partykeller ist stilecht eingerichtet. Es fehlt lediglich eine Musikbox. Daher ertönt die Rock’n’roll-Musik nicht ganz stilecht vom Smartphone.

Petticoat & Nierentisch
der Kaffetisch ist gedeckt, die Käsetorte noch im Backofen
Let's Have a Party

Öffnungszeiten
Freitag:        16.00 bis 19.00 Uhr
Sonnabend:  11.30 bis 16.00 Uhr


Ein paar Meter weiter  an der Ecke zur Lothringer Straße ist eines der wenigen Denkmaler. Es soll an die Opfer der Operation Gomorrha von 1943 erinnern. Bei dem Bombenangriff der Alliierten verloren viele der Anwohner ihr Leben. Daneben findet man in den Straßen auch die Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein Gewerbegebiet in dem auch die Stadtteilküche Pottkieker ihre Heimat hat. Sie bietet täglich einem warmen Mittagstisch für bedürftige Menschen.

Gedenkstein für die Bombenopfer des 2. Weltkriegs
Stadtteilküche Dulsberg

Der Grünzug entlang der Straße Dulsberg Nord zieht sich quer durch den ganzen Stadtteil, nur unterbrochen von der Elsässer- und der Nordschleswiger Straße. Hier gibt es für die Anwohner Spielplätze, Grillzonen, eine umzäunte Hundespielwiese, ein Rollhockeyfeld und ein Rosengarten, der im Sommer zum Flanieren einlädt. Auf dem Fußballplatz am westlichen Ende kann man an manchen Tagen  den Kickern zusehen. Am östlichen Ende treffen wir wieder auf den Sportpark sowie die Linne-Kampfbahn. An der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche bildet der Eulenkamp die Grenze zum benachbarten Stadtteil Hinschenfelde.

nicht nur für Lakritz-Fans
über 800 verschiedene Sorten Naschwerk
abgepackt oder lose

Nur wenige Schritte vom Eulenkamp liegt das Paradies für Naschkatzen. Im Lakritz Depot, in der Straßburger Straße 132,  findet man Lakritz aus ganz Europa in den verschiedensten Varianten. Vom Lakritzlikör über Lakritzmarmelade bis zum Lakritzpulver zur Herstellung eigener Kreationen. Nicht nur Lakritzliebhaber kommen auf ihre Kosten.

Einkaufsmeile Straßburger Straße
Mittwochs und Freitags ist hier Wochenmarkt
Emil-Krause-Schule

Zwischen der Kreuzung Nordschleswiger Str. und der Einmündung Lothringer Str. haben sich zahlreiche Geschäfte in der Straßburger Str. angesiedelt. Außerdem findet auf dem Straßburger Platz zweimal wöchentlich der Wochenmarkt, mittwochs von 8:30 bis 13 Uhr und freitags von 14 bis 18 Uhr, statt. An der Krausstraße, der Grenze zum Nachbarstadtteil Barmbek-Süd, steht das Gebäude der Emil-Krause-Schule, das nach einem Entwurf des damaligen Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher 1922 fertig gestellt wurde.

S-Bahnhof Friedrichsberg
Nostalgie-Shop in der Dithmarscher Straße
Mode und Accessoires aus den 50ern

Die Krausstraße wechselt am S-Bahnhof Friedrichsberg den Stadtteil und den Namen und trifft dort auch auf die Dithmarscher Straße, einer weiteren Straße mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Ein Geschäft der besonderen Art ist der Nostalgie-Shop. Der Laden an der Ecke der Probsteier Str. bietet Mode und Accessoires für Rockabilly Fans, die eben noch bei Petticoat & Nierentisch reingeschaut haben. Der Inhaber berät ausführlich und lässt einen nur ungern mit leeren Händen ziehen.

Umbau der Frohbotschaftskirche zur Kita
Laubenganghäuser an der Oberschlesischen Straße
Blick in die Hinterhöfe

Die Frohbotschaftskirche auf dem Straßburger Platz wird gerade umgebaut. Hier entstehen ein Kindertagesheim sowie ein Gemeindezentrum. Hinter dem Platz stehen die denkmalgeschützten Laubenganghäuser, die 1927 nach Plänen von Paul August Reimund Frank errichtet wurden. Einen Abstecher durch die Hinterhöfe schließt die Entdeckungstour ab. Am U-Bahnhof Straßburger Straße endet mein Spaziergang durch Dulsberg.

weitere Bilder vom Spaziergang durch Dulsberg


Mittwoch, 21. Dezember 2016

Stippvisite in Düsseldorf

Die Zugfahrt nach Düsseldorf verlief ohne Zwischenfälle. Keine Verspätung oder geänderte Wagenreihung brachte Hektik zum Start einer neuen Stippvisite. Auf den EC (EuroCity) der SBB (Schweizerischen Bundesbahnen) ist eben Verlass. Im Großraumabteil waren noch genügend freie Sitzplätze. Mit dem letzten Buch bin ich durch. Zwar hatte ich eine neue Reiselektüre dabei aber nach der faden Genuss beim Lesen von "Girl On The Train", war meine Leselust immer noch gedämpft (eine ausführlichere Buchkritik möchte ich mir ersparen). Stattdessen machte ich ein kleines Nickerchen und verschlief einen Teil der Bahnfahrt. Nach der Ankunft in Düsseldorf war ich daher noch etwas schlaftrunken. Gut, dass ich mein "Kleines Schwarzes" dabei hatte. Das Radfahren brachte mich gleich wieder auf Trab. Ein durchgängiges Radwegenetz gibt es in dem Teil D-Dorfs, den ich durchradelt habe, leider nicht. Mal gab es die klassischen Radwege neben dem Fußweg, dann markierte Fahrradstreifen auf der Straße oder man  durfte sich den Gehweg oder die Fahrbahn mit den anderen Verkehrsteilnehmern teilen. Schon nach der dritten Ecke wechselte ein Kleintransporter beim Abbiegen auf meine Spur und bremste mich anschließend aus, weil er einparken wollte. Überhaupt schienen weniger Radfahrer als in Berlin oder Hamburg unterwegs zu sein, ganz zu schweigen von Münster.

Von den Bäumen im Hofgarten konnte ich das Tschilpen der
Halsbandsittiche hören. Zu sehen bekam ich sie leider nicht.
mit großen Rädern und tiefem Einstieg sicherer Unterwegs

Also war ich froh als ein Teil meiner Route erst durch den nördlichen Teil des Hofgartens und dann durch den Rheinpark führte. Im Hofgarten vernahm ich fremdartiges Vogelgezwitscher. Leider gelang es mir nicht einen Schnappschuss von den scheuen, bunten Vögeln zu machen. Zwischendrin drehte ich noch eine Ehrenrunde um die St. Adolfus Kirche. Wie so häufig, wenn ich mit meinem Brompton unterwegs bin, werde auf das Faltrad angesprochen. Dem freundlichen, betagten Herrn riet ich jedoch von einem möglichen Kauf ab, weil "Kleinräder" ein weniger stabiles Fahrverhalten haben als z.B. Räder mit 28" Bereifung

in der Tonhalle haben die Düsseldorfer Symphoniker ihr Zuhause
erste Anlaufstation viele Fahrgäste von den Touristenbussen

Eine Weile fuhr ich am Rheinufer entlang. Vorbei an den Rheinterrassen und der Tonhalle und unter der Oberkasseler Brücke hindurch bis zum Burgplatz mit dem Schlossturm. Hierher strömten die vielen Besucher, aus den Touristenbussen am Parkplatz vom Tonhallenufer. Im Schatten des Turmes drehte ein Riesenrad seine Runden umringt von den Buden eines Weihnachtsmarktes.

Weihnachtsmarkt vor dem alten Rahaus
kurze Erholungspause im Alten Hafen

Ein kleines buntverziertes Kinderkarussell drehte auf dem Weihnachtsmarkt vor dem alten Rathaus seine Runden. Ich widerstand den verlockenden Düften von Bratwürsten, Kartoffelpuffern und anderen Leckereien und schob weiter. Vorbei am Hoppeditz Denkmal zum alten Hafen. Dort konnte ich wieder aufsatteln und weiterradeln.

Staatskarossen vor dem Landtag
das "Stadttor"

Nach einem Abstecher am Stadtmuseum kehrte ich zurück an das Ufer des Rheins. Flussaufwärts unter der Rheinkniebrücke hindurch kreuzte ich den Weg zahlreicher Staatslimousinen vor dem Landtag. Dahinter ragt imposant der Rheinturm in den Himmel und gleich dahinter das "Stadttor".

"Medienhafen"
Hans-Albers-Denkmal

Als "Jung von de Waterkant" schlug mein Herz gleich ein wenig schneller als mein Blick auf den Medienhafen fiel, der mich an die Hafencity meiner Heimatstadt erinnerte. Eifrig fing ich die Eindrücke mit meiner Digitalkamera ein. Am Hans-Albers-Denkmal kam es zu einer willkommenen kurzen Unterbrechung als mich ein Passant in ein Fachgespräch über Falträder verwickelte.

Ständehaus an der Südlichen Düssel

Schweren Herzens trennte ich mich vom Düsseldorfer Hafen. Doch schon nach einigen hundert Metern traf ich auf Wasser. Im Ständehauspark überquerte ich die Südliche Düssel. Schnell noch ein Schnappschuss vom Ständehaus. Auch hier hörte ich das Gezwitscher der Halsbandsittiche. Vor die Linse bekam ich sie jedoch auch hier nicht. Am Graf-Adolf-Platz bekam ich beim Anblick des Berliner Imbiss Heißhunger auf eine Bratwurst. Der Andrang war mir allerdings zu groß, so fuhr ich mit hängendem Magen weiter.

die Kö
Musikpavillion

Natürlich durfte ein Abstecher an die Kö nicht fehlen. Auf dem Weihnachtsmarkt am Heinrich-Heine-Platz forderte mein knurrender Magen sein Recht. Mittendrin zwischen den bunten Buden war der Musikpavillon kaum auszumachen. Auch er erstrahlte im festlichen Glanz. Nur wenige Schritte weiter hinter dem Wilhelm-Marx-Haus hatte der Sternchen Markt seine Buden aufgebaut.

Trauerort hinter der Berger Kirche
Düsseldorfer Radschläger

Überall in den Straßen der Altstadt waren bunte Weihnachtsbuden aufgestellt. Etwas abseits des Trubels hinter der Berger Kirche fand sich ein Ort der Besinnung für Trauende. Nach ein paar Minuten Gedenkpause stürzte ich mich wieder ins Leben, das vor dem Ueriger Brauhaus in Form eines Düsseldorfer Radschlägers Purzelbäume schlug.

Max Ernst "Haberkuk" vor der Kunsthalle
flog da nicht eben ein Halbandsittich in die kleine Kiefer oben vom Dreischeibenhaus?

Ein Blick auf die Uhr mahnte mich zur Eile. Allmählich musste ich mich auf den Weg zum Bahnhof machen, wollte ich meinen Zug noch bekommen. Für ein paar Fotos auf den Weg fand sich jedoch noch Zeit. Dafür war ich bereit auf meine übliche Kaffeepause vor Abfahrt meines Zuges zu verzichten.

mehr Fotos vom Ausflug nach D-Dorf

Montag, 12. Dezember 2016

Stippvisite in Dresden

Nach einem Besuch auf dem Nürnberger Christkindlmarkt musste ich mir natürlich auch ein Bild vom Striezelmarkt in Dresden machen. Also ging es mit dem Eurocity EC 173 der Českė dráhy (Tschechische Bahnen) über Berlin ins schöne Elbflorenz. Am Montagmorgen musste ich natürlich damit rechnen, dass viele Pendler in die Bundeshauptstadt mit dem Zug unterwegs waren. Trotzdem hatte ich Glück und fand für mich und mein "Kleines Schwarzes" (Faltrad) einen Platz. Während der gut vierstündigen Fährt versuchte ich in dem Buch von Paula Hawkins (Girl On The Train) voran zu kommen. Doch immer wieder fielen mir die Augen zu. Frisch ausgeruht und pünktlich erreichte ich mein Ziel an der Elbe. Für meine Rückfahrt hatte ich mir den EC 378 heraus gesucht, weil auch er direkt durchfährt und nicht all zu spät in Hamburg ankommt. Leider fährt der Zug schon um kurz vor drei Uhr nachmittags ab. Also musste ich mich sputen, wollte ich alle Sehenswürdigkeiten, die ich mir auf meiner Route zusammengestellt hatte, abklappern.

Also das "Kleine Schwarze " auseinander falten und ab ging die Post. Leider war es etwas kalt. Besonders auf dem Rad. So dass ich meine Handschuhe überziehen musste, was mich leider in der Bedienung meiner Kamera etwas behinderte. Das Navigieren mittels Smartphone funktionierte nur mit den bloßen Fingern.

die ehemalige Zigarettenfabrik Yendize
das Japanische Palais am Königsufer
Goldenes Reiterstandbild von August dem Starken
Zunächst geht es im weiten Bogen um die Altstadt herum. Kurz bevor ich auf der B6 die Elbe überquere mache ich den ersten Fotostopp bei der ehemaligen Zigarettenfabrik Yendize. Dann geht es weiter am nördlichen Königsufer, wo ich zunächst das Japanische Palais passiere und dann den Goldenen Reiter meine Aufwartung mache. Der Weihnachtsmarkt zu seinen Füßen ist zwar gut besucht, ist aber noch nicht der berühmte Striezelmarkt.

die Martin-Luther-Kirche
großer Andrank vor und im Milchladen "Pfund"
2011 noch im Bau
2016 die umstrittene Walsschlösschenbrücke ist in Betrieb

Auf dem Weg zum historischen Milchladen der Gebrüder Pfund drehe ich noch eine Ehrenrunde um die Martin-Luther-Kirche, deren Turm gerade renoviert wird. Auf einen Besuch des Ladens mit seinen reich verzierten Kacheln an den Wänden verzichte ich, weil gerade ein Sightseeing Bus eine Ladung Touristen abgesetzt hat, die sich hinein drängeln. Ich eile lieber weiter, mache einen Schnappschuss von der umstrittenen Waldschlößchenbrücke und kämpfe mich dann den Elbhang hinauf.

die Dresdener "Schwebebahn"
das Blaue Wunder
Schloss Albrechtsberg

In einer rasanten Schussfahrt geht es dann wieder hinunter ins Tal, wo ich ein wenig herum radeln muss bis ich endlich die Talstation der Dresdener "Schwebebahn" entdecke und habe das Glück ein paar gelungene Fotos zu knipsen, als sie gerade den Elbhang hinauf schwebt. Mein Weg führt mich direkt über das "Blaue Wunder", wie die Stahlbrücke im Volksmund genannt wird, zurück an das Südufer der Elbe. Entlang dem Elbradwanderweg mache ich noch ein paar Bilder von Schloss Eckbert und dem benachbarten Schloss Albrechtsberg am nördlichen Hang.

die Gläserne Manufaktur
Sächsische Staatsministerium der Finanzen
Hochschule für Bildende Künste

Nach einem kurzen Abstecher bei der Gläsernen Volkswagen Manufaktur, kehre ich wieder an die Uferpromenade zurück. Das Sächsische Staatsministerium der Finanzen am gegenüberliegenden Königsufer muss als Hintergrundbild für eine Porträtaufnahme meines "Kleinen Schwarzen" herhalten. Am Südufer der Elbe steht die Sonne direkt hinter der Hochschule der Bildenden Künste und lässt die gläserne Kuppel im strahlenden Licht scheinen.

der Strietzelmarkt
auf dem Dresdener Altmarkt

Semperoper, Frauenkirche und die anderen Sehenswürdigkeiten muss ich aus Zeitgründen auslassen wollte ich noch einen Bummel über den Strietzelmarkt machen. Dort stärke ich mich noch mit einer Bratwurst an einem Imbissstand am Rande des Marktes. Etwas abgekämpft radelte ich zum Bahnhof. Da mein Zug 10 Minuten später eintreffen sollte, hatte ich noch ausreichend Zeit für ein Heißgetränk. Im Großraumwagon fand sich wenig später ein Platz, an dem ich meine Reiselektüre fortsetzen konnte. Auf dem Weg nach Berlin bin ich nur einmal eingenickt. Die Geschichte nahm allmählich an Fahrt auf. Wie auch unser Zug, der wieder im Zeitplan war. Bis Ludwigslust. Da wurde uns mitgeteilt, dass es auf unbestimmte Zeit, wegen eines Oberleitungsschadens, nicht weitergeht. Worauf fast alle Mitreisenden ihre Smartphones zückten um ihre Angehörigen zu informieren. Nach etwa einer viertel Stunde, wurden die Reisenden, die nach Hamburg wollten, aufgefordert in den EC 174 auf dem gegenüberliegenden Gleis zu steigen. Der dort bereits seit zwei Stunden auf eine Weiterfahrt wartete und vor unserem Zug weiter fahren würde. Worauf ein Großteil der Reisenden mit Sack und Pack über den Bahnsteig hetzte. Die restlichen Sitzplätze waren schnell belegt. Ich ergatterte mir eine mehr oder weniger bequemen Stehplatz vor einer defekten Ausstiegstür zwischen den Wagons, wo ich mich notfalls auf die Treppe setzen konnte. Als dann nach wenigen Minuten der Zug anruckte und tatsächlich losfuhr, ging lauter Jubel durch den ganzen Zug. Bei der Einfahrt im Bahnhof von Büchen mussten wir noch kurz warten, bis ein voran gefahrener Zug abgefertigt wurde. Dann ging es zügig weiter bis nach Hamburg. Ein Gutes hatte die ganze Aufregung und Verspätung, ich schaffte es endlich das langweilige Buch durchzulesen.


Zum Trost habe ich noch ein paar Fotos aus Dresden von unserem letzten Besuch 2011